Z88
Feldzug von; Jahr 1674.
nern und fünfzehn hundert Pferden gegen die Stadt, um die Unterhandlungen, die ermit derselben pflog, zu unterstützen, und, wofern sie fruchtlos, es zu versuchen, ob esmöglich wäre, diesseits das Fort, das den Uebergang über die Brücke sperrte, wegzuneh-men. Vaubrün langte am azsten zur Wanzenau an, einen Tag eher, als die Kaiser-lichen gekommen, und fand Mittel, durch unbekannte Führte über die III in die Ru-prechtsau einzudringen; das Fort aber wurde nicht forcirt, es sey nun, daß Vaubrün,wie einige sagen, durch Unterhandlungen die Zeit verschwendet, oder daß es wirklichunmöglich gewesen, es mit stürmender Hand zu erobern. Der Marschall Türenne ließseine Armee im Lager zu Winden zurück, und erreichte am 25 sten des Morgens die Au,recognoscirte das Fort, ließ Faschinen bereiten und Brücken über die Jll werfen. Inder Stadt aber war alles in Gährung, und der Magistrat übergab, dem Anschein nachdurch die Bürger gezwungen, das Fort an die Avantgarde der Deutschen, die bereitsseit voriger Nacht jenseits des Rheins an der Kehlschanze gestanden, so daß Türennekeine Möglichkeit sah, mir Erfolg gegen die Schanze, die von den Wallen der Stadterreicht werden konnte, zu unternehmen. Er gieng zurück über die Jll, und beschloß,den Feinden das Obereljaß abzutreten, um in dem untern sich festzusetzen, wo er Phi-lippsburg deckte, und die Wege nach Lothringen zu versperren hoffte. Das Corps desGenerallieutenant Vaubrün gieng mit dem, was dem Marfchall gefolgt war, über dieSüffel, und lagerte sich mit der Armee, die bald darauf von Winden ankam, langst desBachs mit dem linken Flügel an der Jll, und mit dem rechten an einen Morast, die Süf-fel vor der Front, und das Dorf Wanzenau hinter der zweyten Linie. Am isten Octo-ber gieng die feindliche Armee über die Brücke, und sodann über die Breusch, und ver-breitete sich von Gaispitzen und Blcsheim bis nach dem Gebirge in der Gegend vonMolzheim und Dachstein, das sie ohne Widerstand besetzten.
Die Nachricht vom Uebergange der Deutschen über den Rhein war nicht sobalddem Könige überbracht, als man schon anfieng, die Maasregeln des Marschall TürenneRamsay auszu tadeln; und der Marquis von Louvois, der keinen Rath kannte, als den ganzendes Ma?" EW in einen Aschenhaufen zu verwandeln und mit der Armee nach Lothringen zu ge-schallt an hen, hatte bereits den König vermocht, durch Aufopferung dieser schönen Provinz dieden König, innern Gränzen des Reichs erretten zu wollen. Es wurden dem Marschall Türennedringende Befehle geschickt, den Elsaß zu verlassen; Türenne aber widerstand und stelltedem Könige vor, daß, wie zahlreich der Feind auch sey, er dennoch nichts größers zuunternehmen vermöchte, als des Königs Armee aus dieser Provinz zu vertreiben, weilweder Wege noch Lebensmittel für ihn da wären, um eher in Lothringen einzudringen,
als