416 Feldzug vorn Jahr 1674.
und Rosamel verwundet, und Montauban gefangen. Das Gefecht, so wenig es ansich entschied, gab dennoch den Truppen großes Vertrauen, und machte den Muth derfeindlichen sinken, weil die unsern sie auf dem Rückzüge, und sie hingegen ihre Quar-tiere aufgehoben, manches von ihnen verlassen, und den Angriff in Vertheidigungverwandelt sahen. Doch entkam der Herzog von Bournonville glücklich nach Ensis-heim, und setzte die ganze Nacht durch nach Colmar seinen Weg fort, da indeß Tü-renne, der nur mit einer kleinen Tete ohne Infanterie vorgerückt, und den Rest seinerArmee noch auf zwey starke Stunden hinter sich hatte, nichts dagegen zu unternehmenvermochte, sondern mit dem Abend nach dem Quartier Brunn zurückkehrte, und dienoch folgenden Truppen erwartete.
Am Tage nach dem Gefechte, wahrend die Armee sich versammelte, detaschirteder Marschall eine starke Parthey gegen Basel, und eine andre über Mühlhausen bisnach dem Rhein, um, was noch an der obern III und gegen Landscron stand, abzu-schneiden. Beyde machten verschiedne Gefangne; eine Parthey Croaten, die noch involler Sicherheit marschirte, wurde unfern des Quartiers von dem Marschall aufgeho-ben, und es kam von der Seite des Rheins die Nachricht, daß Portia, ein Regimentkaiserlicher Infanterie, in das Schloß von Brunnstadt sich eingeworfen, weil es demWege des Herzogs von Bournonville folgen wollen, und durch die Truppen, die derMarschall nach dem Rheins detaschirt hatte, abgeschnitten worden. Das Regimentwurde sofort bloquirt, und ergab sich am isten December als Kriegsgefangene Alsnun wahrend deß die Armee sich versammelt, ließ der Marschall Türenne die Dragonermit der Brigade Sourdis nach Ensisheim gehen, wo er selbst am 2ten Ienner dasHauptquartier nahm, und die Armee, die noch nicht en corps marschirte, folgen ließ.Man erfuhr, daß auf anderthalb Stunden davon das Schloß Ruffach mit vier hundertbraudenburgischen Dragonern und hundert und fünfzig Reutern beseht sey, und esnahm am 4ten der Marschall seinen Weg gegen dasselbe zu; die Cavallerie stieß an die-sem Tage zusammen, und marschirte von nun an nach der vrcire cke Kamille, die fürsie ausgegeben worden. Es sind auf dem Wege von Ensisheim nach Rnffach vieleDache, und an dem letzten, der nur zwey Kanonenschüsse von dem Schlosse abliegt,ward man jenseits desselben vier Escadrons gewahr, so die Brücke zu besetzen schie-nen, in der That aber eine feindliche Fouragirung in ihrem Rücken bedecken soll-ten. Der Graf von Roye wurde ihnen entgegen detaschirt, sie aber hielten nichtStand, so daß man einige von ihren Fourageurs aufhub. Der Marschall ließ andieser Brücke Haltmachen, bis seine Artillerie angelangt war, worauf er mit der Ca-vallerie