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Feldzug von; Jahr 1674.
nehmen, und die Alliirten standen zu Quieuvrain, und der Prinz von Conde', um dieGränzen zu bedecken, bey Maubeuge. Indeß aber wurden von Seiten der Alliirtenin allen ihren Platzen die größten Anstalten gemacht, eilte Belagerung unternehmen zukönnen, und Munition, Lebensmittel und Schanzgräber versammelt, und das Gerüchtverbreitet, als wäre es auf Ath abgesehen, so daß auch der Marschall Hümieres alsGouverneur vorn französischen Flandern die Garnison dieser Festung beträchtlich ver-stärkte, und die umliegende Gegend ausfouragiren ließ. Als aber die Anstalten geen-digt, und von den spanischen Garnisonen ein Corps von acht tausend Mann zur alliirtenArmee gestoßen war, brach der Prinz von Oranien am 22sten September auf, undgieng über die Haisne zwischen Leuse und Ath nach Oudenarde. Ein Corps, dasschon zuvor, als um Ath zu bedrohen, über die Haisne gegangen, formirte die erste Be-reunung zur Rechten der Scheide, und ein spanisches Corps mit einem Theile der Be-satzung von Gent zur Linken gegen die Lys, wo sie die Brücken von Deynse und Harle-Leck durch ein Detaschement abbrechen lästert. Die Kaiserlichen standen zur Rechten,die Spanier und Holländer zur Linken der Schelde; die Circumvallationen wurden tra-cirt, dies-und jenseits zu attaquiren beschlossen, und am i 7 ten die Trancheen geöffnet.Weil nun der Ausgang dieses Unternehmens den Streit, wer die Schlacht von Seneffgewonnen hätte, entschied, brach Conde', sobald der Marschall Hümieres mit allem, wasdie Garnisonen von Flandern entbehren konnten, zu ihm gestoßen, mit der französi-schen Armee von Maubeuge auf, und gieng, um den Platz zu entsetzen, bey Tournayüber die Schelde.
Oudenarde wird durch die Schelde in zwey gleiche Theile getheilt, so daß die bela-gernde Armee keine andre Gemeinschaft haben kann, als auf Brücken. Die Inunda-tion an dem obern Fluß, und die Schleusen der Stadt, durch die sie entstanden, gabender französischen Armee den Vortheil, daß, ob sie gleich zwischen der Lys und derSchelde angerückt war, sie dennoch oberhalb der Ueberschwemmung Brücken schlagen,übergehn, und die Verschanzung zur Rechten in eben dem Augenblicke angreifen konnte,da die Garnison die Schleusen geöffnet, und die untre Brücke zur Gemeinschaft derfeindlichen Quartiere zerriß. Es war also die Stellung hinter Linien, wie stark sieauch an sich seyn mochten, dennoch in diesem Falle gefährlich. Sie wurde es aber umso mehr, weil man der obern Schelde keine Brücken über die Inundation hatte fertigenkönnen, und die Circumvallation zur Linken gegen die Lys die dortigen Höhen nicht ein-genommen, sondern am Fuße in einem engen Thale verblieben, so daß, wenn dieHöhen von der französischen Armee besetzt wurden, den Alliirten das Terrain fehlte,
und