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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1674.

dessen Bürger die vorige kaiserliche Besatzung vertrieben, und Huy einnahmen. DerGraf vor» Chavagnac mit zwölf tausend Mann verblieb im lütticher Lande, der GeneralLesle' mit vier tausend Mann zu Aakcn, und der Marquis von Louvigny mit gleichemCorps in dem Luxemburgischen, beyde mit dem Befehl, den Grafen voll Chavagnac,wofern es nöthig, zu verstärken, weil die Garnisonen von zehn tausend Mann zuMastricht und von sechs tausend zu Charleroy unter den Grafen von Estrades undMontalt die Quartiere im lütticher Lande allerdings beunruhigen konnten. Der Gene-ral Spork nahm das Hauptquartier zu Bonn, und vertheilte die übrigen Truppen ander Eiffel und dem jülicher Lande. Die französische Armee bezog gleichfalls ihre Quar-tiere, und das Corps des Grafen von Saulr gieng zur Armee des Marschall Türennein Deutschland. Indeß aber ergab sich Grave nach einer Vertheidigung, die ein Bey-spiel genennt zu werden verdient.

Die Besatzung bestand aus ein und siebenzig Compagnien, jede zu fünfzig Mann,als sieben und zwanzig vom Regimente Normandie, vier und zwanzig von Dampicrreund VeAosme, und zwanzig von Bourgogne und Languedoc, dem Regimente Caval-lerie St. Louis von sechs Compagnien, und einem Escadron zu dreyen. Die Artilleriebestand aus vier hundert Stücken, und der Vorrath an Pulver aus neun mal hunderttausend Pfund. Der Brigadier, Marquis von Chamilly, ein Bruder lzxs verstorbnenGenerallieutenants und Oberster vom Regiment Bourgogne, commandirte in demPlatze. Man hatte bereits seit der Mitte des Iunius es vermuthet, daß die Alliirtenden Platz belagern würden, und der Marquis von Chamilly nützte die Zeit, die Para-pets, die kaum vier Fuß stark gewesen, bis auf zwanzig Fuß zu verstärken, sich niedrigeFlanquen zu verschaffen, das Glacis in den Stand zu setzen, die künftigen Arbeitendes Feindes auf demselben durch Faschinen, die er in die Erde graben ließ, zu erschwe-ren , alle andre Vertheidigungsanstalten zu treffen, und vor allem ein gutes Magazinin dem geräumigsten Bollwerke für das Pulver anzulegen. Die Besatzung campirte vordem Thore, und exercirte, da das Pulver in so großem Vorrath war, täglich mit Feuer,und ihre Detaschements brachten Lebensmittel und Fourage aus der benachbarten Ge-gend, so daß der Vorrath an Hornvieh bis auf tausend Stück sich beließ§ Am iq-ten Julius langten die ersten Truppen der Holländer, die zur Belagerungbestimmt waren, unter dem General Rabenhqupt in der Gegend von Nimwegen an.Zu eben der Zeit fand sich in dem Dorfe Kuyk, an der Maas, ein beträchtliches Ma-gazin von Fourage und Wein, und sollte auf Schiffen nach Grave abgeführt'werden.Dem entgegen ließ der General Rabenhaupt durch den Major Boot mit etwan zwei-hundert