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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1674.

Am 29sten stürmten die Belagerer die Bresche des Bastions v längst des Flusses,die übrigen Werke zur Rechten lassend, durch die Abschnitte V, so nicht mehr im Stan-de , und unter dem Schutze der Linie jenseits des Flusses waren; Bourgogne hatte dieTete der Vertheidigung. Der Gouverneur und die meisten Officiere waren in derStadt, als des Abends gegen fünf Uhr der Allarm wurde; und der Gouverneur hattekaum die Wälle erreicht, als die Belagerer auf dem ravensteiner Damme gegen dieäußersten Logements auf dem Glacis anrückten. Hierauf gab der Gouverneur demGrafen von Guichard, Obersten vom Regiment Normandie, den Befehl, mit seinenzwey Bataillons das Regiment Bourgogne zu unterstützen, und ließ von der obernMaas eine Verstärkung von zwey hundert Mann nach dem Bastion O führen. Erselbst gieng nach eben dem Bastion, und fand am Fuße desselben die Cavallerie zu Fußunter dem Herrn von St. Louis in bester Ordnung; die Belagerer aber standen bereitsan der zwoten Pallisadentraverse V. Das Bataillon Bourgogne hatte das Seine zwargethan, mußte aber der so großen Überlegenheit weichen. Der Lieutenant Boisveauxwurde in dem ersten Logement verwundet; Mayet und la Röche Thülon, Chef von demBataillon, vertheidigten mit einigen fünf Soldaten das letzte Logement I-, auf dem Gla-cis , als die zwey Bataillons von Normandie zur Unterstützung ankamen. Gegen dieseZeit ließ der Gouverneur aus vier Stücken von dem Bastion O mit Kartetschen feuern,und die Mine vorwärts des Logements springen; der Oberste Guichard aber hatteBefehl, sobald die Mine gesprungen, aus dem bedeckten Wege zu rücken, und über denDamm aufwärts gegen den Fluß zu avanciren, und alles, was gegen das Bastion vangerückt war, über den Haufen zu werfen. Dieser Angriff geschah mit ent-scheidendem Erfolg, und alles, was von den Stürmenden zwischen den Traversenund den Breschen gestanden, wich. Hierauf begab sich der Gouverneur nach demHornwerke mir den zwey hundert Mann Verstärkung, und der Graf von Guichardrückte in den bedeckten Weg wieder ein. Die äußern Logements, so die Besatzungwieder erobert hatte, wurden freywillig verlassen; doch behaupteten die Belagerer sienicht, sondern begnügten sich mit einem kleinen Logement, so dieselben auf wenig Schrittvon den Logements der Besatzung aufgeworfen hatten. Weil sie aber vermittelst dessel-ben den Graben zu zapfen vermochten, ließ der Gouverneur es in der Nacht durch denHerrn von Secourt attaquiren, der dann auch die Belagerer völlig vertrieb.

Das Gefecht war von beyden Seiten äußerst blutig. Fünf Officiere von derBesatzung blieben, eilf wurden verwundet, und der Gemeinen an zwey hundert; derVerlust der Belagerer war weit größer. Die Obersten Honderbeck, Wangenheim und

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