Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
468
JPEG-Download
 

463 Keldzug vom Jahr 1674.

Stürmenden hielten es für Minen, und wichen mit Verlust, worauf der Gouverneurden bedeckten Weg stark von neuem besetzte, um ein so viel heftiger Feuer zu unterhal-ten. Die Belagerer thaten den zweyten Angriff, wo verschiedne von ihnen zwischen diebeyden Pallisaden sprangen, und sämmtlich darin blieben. Sie wurden nochmalsabgetrieben, und vermochten auch diese Nacht nicht, das Logement zu vollenden. Diekleinen Ausfalle, die vorhin erwähnt worden, waren hiervon großem Nutzen. Siedurchliefen das Glacis mit großem Geschrey, und hinderten und verjagten die Arbeiterwährend der ganzen Nacht.

An der obern Maas verbreiteten sich die Belagerer beydes zur Rechten und Lin-ken des Dammes auf dem Glacis, versuchten aber vergebens, auf dem bedeckten Wegesich zu logkren, theils wegen des heftigen Feuers der Besatzung, theils wegen der dortvergrabnen Faschinen, so die Arbeit äußerst beschwerlich machten. Der Buchstabe 1zeigt die Gegend, wo diese Faschinen vergraben waren.

Am i 7 ten Oktober früh um sieben Uhr geschah auf der ravensteiner Seite einnochmaliger Angriff, und zwar im Anfange glücklich. Morinval, Hauptmann vonNormandie, der im Winkel des bedeckten Weges vor der linken Flanque des Hornwerksstand, blieb daselbst mit vielen von seinen Leuten, und die Belagerer wurden Meister vondiesem Winkel und Bransche; doch hielt Normandie weiter zur Linken an den Traver-sen Stand. Weil nun die Belagerer an dieser Bransche ein Logement zu Stande ge-bracht hatten, und von daraus den ganzen bedeckten Weg vor dem Hornwerk enfilirten,und die Gemeinschaft des Hauptwalls mit ihm sahen, ließ der Gouverneur alle nochübrige Artilleristen von dem Platze nach dem Ravelin k gehn, und von seiner rechtenFace mit neun Vierundzwanzigpfündern das Logement unaufhörlich beschießen. Alsaber dies Feuer lange genug gedauert hatte, um das Logement zu verwüsten unddieTrup-pen muthlos zu machen, erhielt der Oberstlieutenant Röche-Thülon den Befehl, mildemRegiment Bourgogne den Angriff zu thun, und todt oder lebendig das Logement zuzerstören, und den Verlornen Winkel wieder zu gewinnen. Beydes geschah; und alseinige Zeit nachher die Belagerer von neuem dagegen anrücken wollten, gieng ihnen dasRegiment Bourgogne entgegen, und nach einem Gefechte mit abwechselndem Glücke,das vor; sieben bis zwölf Uhr gedauert hatte, blieb die Besatzung Herr von dem Winkel,und die Belagerer mußten sich mit einem Logement auf der Hälfte des Glacis 2 gegen-über begnügen. Gontier, Hauptmann voll Normandie, den der Gouverneur vorzüg-lich achtete, und Tone und Barelle von Bourgogne blieben mit beynahe sechzig Mann;

von