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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1675.

der Vorposten in dem Defilee standen auf Flintenschuß einander gegenüber; gleichwohlschlief man irr beyden Lagern in Ruhe, und ein kleines Gehölz von fünf bis sechs hun-dert Schritt Tiefe und ein kleiner Bach mit morastigem Ufer war zwischen den Armeendie Scheidewand, die ihnen so sicher war, als eine Entfernung von zwanzig Meilen.Montecuculli hatte diese Stellung gewählt, um sicher in derselben vor dem Angriffe zuseyn, und die französische Armee durch den Mangel von Fourage rückwärts zu trei-ben; und es schien auch allerdings unmöglich, mit dem großen Corps Cavallerie, dassie hatte, in diesem von dem Rhein und den Gebirgen so eng beschloßnen Lande zubestehen, das schon vom vorigen Jahre an die Marsche zweyer Armeen, das Winter-quartier und wieder die itzigen Märsche erschöpft hatten. Die Deutschen aber hattenzu Straßburg ein beträchtliches Magazin, und vor allem Schiffe zu einer Brücke; undMontecuculli, als er in der Ebne von Renchen das Lager gewählt, hatte gehofft, diesalles an sich zu ziehen, um so mehr, weil der Rhein durch die langen Regen geschwol-len, und die häufigen Inseln die Bewachung der Schiffsahrt schwer machten. Eswar ihm nicht um den Ueberfluß allein, den dieser Convoi in sein Lager brachte, zuthun; sondern er kannte auch in ganzem Umfange alle die Vortheile, die ihm dieseBrücke geben könnte, wenn sie ihn zum Meister beyder Ufer gemacht hatte. Türenne,der dies alles voraussah, suchte ihm durch äußerste Sorgfalt zuvorzukommen, und hatteden Rhein von seinem Lager ab bis nach Wanzenau am elsasser Ufer recognosciren lassen,und fand, daß alle die Arme, in welche derselbe getheilt ist, in drey Hauptarme sichvereinigen. Der tiefste und schiffbarste war der von Wanzenau, der durch die Verei-nigung der III mit dem Rheine entsteht, und auf welchem die Feinde ihren Convoi ein-zuschiffen bereits den Anfang gemacht hatten. Dieser Arm und der von Bischen wur-den beyde mit einer Estacade gesperrt, die dies- und jenseits mit Redouten und einemCorps Infanterie besetzt waren. Der große Canal wurde mit bewehrten Schiffen be-fahren , die gegen den Flintenschuß Blendungen hatten, und von den Inseln durchBatterien beschützt wurden; den Straßburgern aber ließ der Marschall sagen, daß,wenn sie die Abfahrt der feindlichen Brücke erlaubten, er das Gleiche auch für die seineverlangte, so daß diese, es beyden Theilen abzuschlagen, wählten. Indeß aber litt dieArmee des Marschalls nicht minder als vorher; der Soldat, der bey einem Regen, soan die sechs Wochen anhielt, beständig in Morästen gestanden, hatte vieles gelitten;Merian. die Fourage der Magazine und selbst die Wiesen waren verzehrt; und man sagt, daßeinst dem Marschall von den Officieren Vorstellung darüber geschah, worauf er nacheinigem Bedacht ihnen geantwortet, daß, so lange ein Blatt auf den Bäumen stünde,

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