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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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510
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O Feldzug von: Jahr 1675.

Relation des bereit von St. -Hilaire, Sohn des verwundeten Genecallieutenants j von denBegebenheiten des Tags, an dem der Marschall Türenne geblieben. D. I. p. lc)^.

Der Marschall Türenne stellte sich an der Teteder Avantgarde, nachdem er zuvor dem Grafenvon LorgeS Befehl geschickt, das verschanzte La-ger von Bischem zu verlassen, und mit allenTruppen und Geschütz zu ihm zu stoßen. DieAvantgarde marschirte in folgender Ordnung: dieWachen und PiquetS an der Tete, ein RegimentDragoner, zwey Escadrons Cavallerie, zweyStück mit ihrer Munition, zwey Bataillons,hierauf wieder zwey Escadrons, zwey Stück mitMunition, zwey Bataillons, zwey Escadrons,zwey Stück mit der Munition, und endlich zweyBataillons. Um fünf Uhr des Morgens er-reichte die Avantgarde das Dorf Saßbach, undder Marschall ließ sofort die nächsten Häuser ander Kirche (ist der sogenannte Tempclhof) be-setzen, weil diese mit dem Degen in der Handnicht forcirt werden konnte. Denn sie war miteiner hohen und starken Mauer umgeben, durchThürme flanquirt, mit einem Graben voll Mo-rast und Schilf, davon ein kleiner Bach abfloß,so daß dem Anschein nach die Kirche vordem einSchloß gewesen. Der Bach fiel zur Linken derfranzösischen Stellung in einen großen Morast,und zur Rechten war ein Grund Ravin, der anvielen Orten ungangbar ist, und bis zur Kette derGebirge, die das Würtembergische begränzcn,fortläuft. Jenseits Saßbach war das Terrain,das die kaiserliche Armee besetzte, zu ihrer Rech-ten durch einen Morast und ein kleines Gehölzgeschlossen, das auf einer großen Höhe gepflanztwar, die in einem ziemlich jähen Abhänge nach demDorfe Saßbach abfiel. Zu ihrer Linken lief dieSchlachtordnung ihrer Armee längst der ganzenHöhe fort, die bald jäh, bald minder jäh nachdem Ravin abfiel. Die französische Artilleriebeschoß bereits die Ringmauer des Kirchhofsnahe, und war auch gut bedient, konnte aberkeine Bresche legen, weil die Mauer für das Ca-

libre zu stark war. Der Marschall sah voraus,daß die Sache in die Lange sich ziehen würde, undbefahl, das Feuer zu mindern.

Bald darauf erschienen die Feinde mit meh-rere, Truppen auf den Höhen von Saßbach, undwarfen von neuem Infanterie in die Kirche; mansah auch Truppen in der Ferne, die diesen nach--folgten. Der Marschall Türenne begab sich zuden Batterien gegen die Kirche, wo ich mich da-mals befand, und gebot, mit dem Feuer aufzu-hören. Er erwies mir die Ehre, mir zu sagen, daßer nun glaube, daß die ganze Armee des Fein.des im Anmärsche wäre, ob er gleich vorhin ge-dacht, daß sie den Posten blsö darum beseht hät.ten, um den Marsch des Grafen von Caprara zudecken, der voll Offen, bürg kam, und über dieGebirge den Weg zu seiner Armee nehmen muß-te, weil der Weg in der Tiefe durch unsre Armeegesperrt war. Auch sah man in der That dieseTruppen im Marsche, und wie die Reuter ihrePferde bey der Hand führten, weil der Wegso schwer war; doch deckte sie der Ravin undein hohler Weg zwischen zwey Gebirgen (OopLe).Mit ihnen zugleich langten auch von der andernSeite Truppen an, und stellten sich en britaille,um die Vereinigung mit den Caprarischen zu be-günstigen.

Der Marschall Türenne, in dessen Suite ichdamals war, sagte mir: „ich werde meinen linkenFlügel so nahe an Saßbach postiren als möglich,und den rechten gegen das Gebirg auswärts lau-fen lassen. Gehn Sie nun längst dieser Fronthin, die besten Posten für die Artillerie auszu-suchen, um Ihren Vater, sobald er kömmt,dahin zu führen, damit er, wenn er die Postengenehmigt, die Artillerie daselbst aufführen lasse;denn die Sache kann in kurzem ernsthaftwerden."

Ich