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Feldzug vom Jahr 1675.
Vorsichten sich versäumt hatte, kauften sie die Zeit, um sich zum Meister von der Brückezu machen, ehe er seinen Fehler erkannte, warteten ab, bis er auf Fouragirung ausge-gangen war, und verglichen die Zeit, die er zu feiner Formirung und die Fourageurszurückzurufen brauchte, fo richtig mit der Zeit, die sie daselbst nöthig hatten, um denFluß zu passiren, und zwischen ihm und feinem Lager en KaraiHe zu stehen, und die Hö-hen, die von der Sache entscheiden konnten, wegzunehmen, daß sie dieselben in derThat wegnahmen, und der Marschall Crequy, ehe er cn baraille stand, geschla-gen wurde.
Die Nachricht von dieser Niederlage kam kurz auf die Nachricht vom Tode desMarfchalls Türenne an den König, und es schien, als wenn nun die Zeit der Unterneh-mung für die Alliirten gekommen wäre, da Montecuculli zu eben der Zeit über.denRhein gegangen, nichts seine Gemeinschaft mit der Armee, die bey Trier gesiegt hatte,unterbrach, und von Flandern aus alles, was die Franzosen entbehren konnten, bereitsdetaschirt war, so daß man auch da dem Uebcrgewicht kaum zu widerstehen vermochte.Der König schickte bey diesen Gefahren Befehl an den Prinzen von Conde', das Com-mando in Deutschland zu übernehmen, der Herzog von Luxemburg blieb an seiner Stellein Flandern, und der Herzog von Fenillade wurde nach der Sarre und Mosel geschickt,um die Flüchtlinge des letzten Treffens zu sammeln, und alles, was man aus den Gar-nisonen in Lothringen und dem meher Lande entbehren konnte, zusammenzuziehen. Esgelang diese», Feldherren allen, den Feinden enge Schranken zu setzen, und ohne allenVerlust sich zu behaupten; doch sagt man, daß eine geheime Unterhandlung mit demHerzog von Lothringen, der, alter Gewohnheit nach, ihnen Gehör gab, nicht wenigdazu beygetragen, und es versprach derselbe, diesem Gericht nach, gegen eine SummeGeldes, auf seiner Seite den Feldzug mit der Eroberung von Trier zu beschließen. DerMarschall von Crequy, der mit einzigen vier Mann in den Platz sich eingeworfen hatte,vertheidigte ihn mit dem Entschluß, ihn theuer zu verkaufen, und ward auch Anfangsgut durch feine Besatzung unterstützt. Die Laufgraben wurden am i7ten geöffnet; undobgleich der Platz an der Front, wo er attaquirt wurde, nur einen einzigen halbenMond zu Außenwerken hatte, und der Wall zur Rechten und Linken -bloß stand, sowaren doch die Alliirten am letzten Tage des Monats, durch die Minen und Ausfällezurückgehalten, noch fern genug von den Pallisaden des bedeckten Wegs, und versuch-ten , ihn mir stürmender Hand zu erobern. Der Sturm aber gelang, und es wurdendie Belagerer nicht nur vom bedeckten Wege, sondern auch von dem halben MondeMeister, und logirten sich in der Nacht zum 2ten September, jedoch nicht ohne großen
Verlust.