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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Beylage I. zum Feldzuge von 1675.

gestern aber, am gasten, kam Montecuculli nahebey Speyer an, nachdem er dicht bey Philippö-burg vorbey passtet war. Sie schlagen zc, Speyereine Brücke, die nun fertig seyn muß. Ich wer-de nun die Parthey sehen, die sie in der Folge er-greifen, entweder bey Hagenau gegen mich anzu-marschiren, oder nach Straßburg, dem ich michwidersetzen werde, oder ob sie gegen die Moselmarschiren wollen, wohin ich dann auch marschi-ren würde. Sollte ein Corps, stärker als derMarschall Crequy, gegen ihn anmarschiren, eheLimburg übergegangen-, so werde ich ihn ver-stärken.

Da Graf Montecuculli die ganze Armee desKaisers bey sich hat, so wird er vermuthlich mitihr agiren wollen. Die lüneburgischen Truppenwaren vor drey Tagen noch am Mayn, und nichtgar weit von Frankfurt. Die drey Regimentervon den Kaiserlichen, die um Cöln zurückgeblie-ben waren, sind auch in der Gegend von Frank-furt angekommen, und können in drey Tagen zuMontecuculli stoßen. Ich sehe von diesem gan-zen Corps nichts als die lothringische Cavallerie,die zwischen der Maas und Mosel bestimmt seynkönnte zu agiren; die Lüncburger können nochimmer entweder dahin sich wenden, oder hiehcrkommen. In den Gedanken, daß die Feindezur Absicht hätten, vor Philippsburg sich zusetzen, hatte ich meine Brückenschiffe von Brey-sach bis Rheinau abwärts fahren lassen, undfieng an, an einer Brücke daselbst arbeiten zulassen. Man wird sie aber wieder zurückschicken,wenn die Feinde alle den Rhein passirt sind.

-Hachenheim, den Junius 167s.

Die ganze feindliche Armee hat den Rheinpassirt, laßt aber dennoch eine Besatzung bey ih-rer Brücke.

Ich habe Sorge getragen, daß man gegenMetz und Nancy keinen falschen Allarm faßt,wenn man etwan daselbst hören sollte, daß die

oder jene Parthey bey Kaiserslautern sich zeigte,und man etwan dort vorgäbe, daß die ganzeArmee folgte. Dies kann meinen Gedankennach die Absicht der Feinde nicht seyn, weil ichimmer den Vorsprung vor des Kaisers Armeehabe, die nunmehr nicht anders als über Mann-heim subsistiren kann.

'— Ich habe die Schiffbrücke von Dreyfachabwärts fahren, und hinter mir bey Rheinau aufschlagen lassen,- und habe nun zwey detaschirreBrigaden, die sowohl zur Besetzung der Brückedienen, als auch zu mir zu stoßen, wenn derFeind diesseits eine Bewegung machte. Es istder Generallieutenant Vuibrün, der sie commau-dirt, und es sind nur vbr Stunden von hier nachseinem Quartiere.

Ich ließ die Brückenschiffe von Breysach inden Gedanken kommen, daß die Feinde vielleichtim Sinne hätten, Philippsburg zu bloguireu,um sodann die Wahl frey zu haben, auf welcherSeite des Rheins ich wollte, gegen sie anzu-rücken. Der Unterschieb für Montecuculli istnicht klein, in der Gegerd von Mannheim undSpeyer zu stehn, oder de» Rhein auf der straß-burger Brücke passirt zu haben.

Es ist so ziemlich wahrscheinlich, daß er ge-glaubt hat, mich abwärts gegen Philippsburg zuziehen, oder mir durch ein Detaschement Besorg-nisse für die Mosel zu geben, jb, meinen Gedan-ken nach, gar ein großer Fehler in meinem Ma-noeuvre gewesen wäre, davm ich mich gar schwerwürde haben erholen können. Ich werde seine Ab-sichten gar bald errathen.

— Die Truppen, die Kgen Schwaben stehn,werden durch die Brücke, de ich in Rheinau ha-be, zurückgehalten; sogar ist alles, was derstraßburger Brücke nahe stand, gegen Offemburgmarschirk. Man hat mich versichert, daß Mon-tccuculli vor kurzem gesagt hat, er sey hintergan-gen worden, da man ihm gesagt, daß des Kö-nigs Armee sobald nicht beysammen seyn würde;

und