4 Sonntagsprediger. Sonntagsschule.
aber in neuerer und in neuester Zeit nur noch eineEigenthümlichkeit der niedern Stände, des gemeinenMannes geblieben, der sich für den Sonntag nochbesondere Kleider halt, besonders bei der arbeitendenKlasse, dem Landmanne und den Handwerkern, wenndiese die Woche hindurch sich mit ihrem Gewerbebeschäftigen, welches Reinlichkeit in einem solchenGrade nicht immer zu läßt, um dabei gut gekleidet zuerscheinen, und daher erscheinen sie am Tage der Ruhe,am Erholungstage gern reinlich und gut gekleidet.Es wird also für den Sonntag das beste Zeug, diebesten Kleidungsstücke, zurückgelegt. Diese Kleidersind in der Regel etwas feiner, als die an Werktagen,in der Werkstatt oder auf dem Felde getragenen, oftaber auch nicht, sondern der Anzug, die Kleidung, istnur neu, und wird so lange am Sonntage getragen,bis die alte zerrissen ist, dann kommt die Sonntags«kleidung an deren Stelle, und dafür wieder eine neue.Dieses ist jedoch nicht überall gleich, sondern richtetsich nach dem Ueblichen, nach dem Gebrauche. DieseSonntagskleider beschränken sich nun nicht bloß beimännlicher Bekleidung auf den Rock, sondern auf denganzen Anzug vom Kopf bis zum Fuße, und so auchbei weiblichen Anzügen.
Sonntügsprediger, ein Geistlicher, welcher nur amSonntage prediget, zum Unterschiede von denjenigenGeistlichen, welche auch an Wochentagen Predigtenhalten.
Sonncagsschule, s. unter Schule, Th. 149, S.152 u. f. An dem angeführten Orte, S. 153, istder Buchdrucker Raikeö in Gloucester, als der Ersteangeführt worden, der zu dieser Art Schulen die Ideeangegeben; allein nach einem Aufsätze in den kudlloOi3ra6ttzr8 vom Jahre 1798—99, London, 1?99,sollen diese so nützliche und auf die Bildung derjenigenJugend, die schon sehr früh zu Handarbeiten, Hand-