Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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48 Sorglich. Sorgsam.

Sorglich, B ei- und Nebenwort. 1. Kummer,Sorge empfindend, und darin gegründet. In dieserBedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet. 2. Sorgeanwendend, wo eö ehemals für sorgfältig gebrauchtwurde. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutungunbekannt. 3. Sorge verursachen. (1) Im weitestenVerstände, wo eö auch noch zuweilen vorkommt, dasistein sorglicher H andel. Sorgli ch e Zei-ten, kümmerliche. (2) In engerer Bedeutung wurdees ehemals häufig für gefährlich gebraucht. Duweystdasaufdiesem perg dort — ist zugansorglich, Theuerd. Kap. 61.

Sorglichkeit, welches ehemals in allen Bedeutungendes vorigLU Beiwortes gangbar war, im Hochdeut-schen aber wenig noch gehört wird.

Sorglos, Bei- und Nebenwort, der ernstlichenRichtung des Gemüths auf einen Gegenstand undsein Verhältniß gegen denselben beraubt und daringegründet. Ich legte mich sorglos nieder.Spencers Poesie ist die sorg loseErgießungeiner warmen Einbildungskraft und leb-haften Empfindung. In engerer Bedeu-tung bezeichnet eö die Unterlassung dieser pstichtmä-ßigen Richtung des Gemüths. Ein sorgloserMensch. Sorglos seyn. Dieses Wort ist vondem Zeitworte sorgen, besonders indessen weitemBedeutung, zusammengesetzt, und unterscheidet sichdadurch hinlänglich von sorgenlos, welches die Ab-wesenheit ängstlicher Sorge bezeichnet.

Sorglosigkeit, der Zustand des Gemüthes, da mansorglos ist, in beiden Bedeutungen. Im engeren Ver-stände die Fähigkeit dieses Zustandes.

Sorgsam, Bei - und Nebenwort. 1. Sorge und imweiteren Verstände, Kummer, Furcht und Traurig-keit erweckend, in welcher Bedeutung in dem altenGedichte auf dem heiligen Anno korekssm für