) Souveränität.
wissen aus langjähriger Erfahrung mehr, ja habenauch viel mehr vergessen, deuu wohl mancher jungeRath, der sich wohl der klügste dünken laßt, lernenwird, du willst folgen, FLcnn das ein junger Herrverstehen lernt, ey! so hat er in der Regierung nichtwenig studieret, wenn er aber das nicht verstehen will,alte Räthe nicht gern hört, auf seinen Starrkopf sitzetund seinen Sinn für den besten hall, auch wohl durchjunge hitzige Räthe sich dazu verhetzen und treibe»laßt, da steht's mißlich mir ihm, und er bekommtRehabeams Glück; welcher, wäre er seinen altenRächen gefolgt, Land und Leute behalten hätte, daer aber aus seinem Starrkops bestand, und jungerhitziger Räthe Bedenke» folgte, verscherzte er auf ein-mal zehn Stämme seines Königreichs, die er nachhernicht wieder an sich bringen konnte. In Summa, esist sein, wenn ein Herr von seinen treuen Räthen sichrathen läßt, die Augen in der Audienz zuthnt, einSchreibtäflein in der Hand hat, und eines jeden Ra-thes Bedenken auszeichnet, seine Meinung zuletzt, auchsagt, und den Beschluß macht. So wie nun ein Re-gent dem Rathe seiner treuen Räthe folgen muß, alsoMuß er ihnen auch trauen und ein gutes Herz zu ih-nen tragen; denn wenns dahin mit einem Regentengedeihet, daß er feinen Räthen nicht trauen kann undwill, so werden die Sachen nicht so richtig fortgehen,wie sie sollten, und es wird wenig Gutes ausgerich-tet werden. Es wird auch ein Fürst und Herr vielzu schaffen kriegen, wenn er aus Mißtrauen alles durchseinen Kopf, es seyen kleine oder große Händel, gehenlassen will. Man hat und weiß Beispiele an gottse-ligen Fürsten und Regenten, weil sie durch etliche ih-rer Räthe wider und über alle ihre Hoffnung so schänd-lich waren angeführt nnd betrogen worden, sich nach-mals alle Handel zugezogen, und auch denen, so ih-nen je und allewegen treu und gewahr gewesen, nichtvertrauen, sondern fast alles für sich verrichten undthun wollen, aber die Last war ihnen zu groß, siekonnten es nicht in die Lange aushalten und mußtendarüber des Todes seyn. Soll demnach ein Herr seinenRäthen trauen und sich gegen ihnen also erweisen, daßsie sehen, baß er ein gutes Herz zu ihnen habe. Doch