Spaltader. Spaltblume. 147
Kunstworte Kolumnen genannt werden. DieserAusdruck kommt besonders bei dem Buchdruckervor, wo es auch die Hälfte oder den dritten Theil desFormats bedeutet; eine Seite ist eineKolumne, da-her die Redensart: in gespaltenen Kolumnen,wie bei Wörterbüchern, da die Kolumnen nicht in einerBreite des ganzen Blattes fortgesetzt, sondern in zweiTheile getheilt sind. — Beim Buchbinder sind dieSpalten zwei schmale Preßbretter, zwischen welchendas Buch, wenn der Schnitt vergoldet ist, in eine Hand-presse gespannt wird, um solchen zu glätten. Der Buch-binder beschabt denselben erst stark mit Stahklingen,vermischt hierauf sechö Theile Brunnenwasser mit einemTheile Scheidewasser, bestreicht damit den Schnitt miteinem Schwamm, und reibt den Schnitt erst warm,dann trocken mit Papierspänen, wodurch der Schnitteinen Glanz erhält; s. unter Buchbinder Th. 7,S. 163. Die Tischler nennen einen Spalt, wennsie von einem zu breiten Brette etwas wegnehmen. —In der Mineralogie ist der Spalt, nach Jakob-son, ein glänzender Stein mit Schuppen, der beinaheso aussieht, wie KrystallgypS vom Montmartre, ist aberauch um einen ansehnlichen Theil weißer. Man fin-det ihn in Augsburg und in England. Die Schmel-zer sollen ihn gebrauchen, um die Metalle schneller inden Fluß zu bringen. Diese Steinart scheint wohlnur eine Spathart zu seyn.
Spaltader, im Forstwesen, bei den in die O.uereabgesägten Bäumen die Ader im innern Holze, woranman sehen kann, wo sich das Holz am besten spaltenläßt. Man gewahrt dieses besonders am Fichten- undTannenholze, überhaupt an allen Nadelhölzern, weildiese Adern wegen des Harzes dazwischen sehr kennt-lich sind.
Spaltblume, Andrachne, ^nckraclins, L,!nn.Diese Pflanzengattung, welche im 2ten Theile dieser