Spanien. 181
und in der Stein- und Stempelschneidekunsthaben Prieto, Gil, Sepuiveda und Cruz aus-gezeichnete Stücke geliefert, und auch noch gegenwär-tig leben unter ihnen ausgezeichnete Künstler in derMaler-, Bildhauer-, Kupferstecher- und «Lteinschnei-dekunst. Zur Belebung dieser Künste giebt es in Ma-drid eine Akademie der Maler-, Bildhauer- und Bau-kunst, zu Barzellona eine freie Zeichnen schule, zu Valen-zia eine Akademie der schönen Künste, und Gemälde-sammlungen in den Schlössern zu Sau Ildefonso undMadrid, in letzterer Stadt besonders in dem neuenPallaste, lind in Buen Retiro oder dem alten Pallasie.Was die Spanier in der Musik geleistet haben undnoch leisten, davon findet man wenig angeführt, indes-sen darf man glauben, daß sie auch hierin gegen an-dere Nationen nicht zurückgeblieben sind, besonders inder Kirchenmusik, die in katholischen Ländern vorzüglichkultivirt wird.
Die hcrrschende Religion ist in Spanien al-lein die katholische, jedoch nicht mehr mit der All-gewalt und dem brennenden Eifer in Verfolgung an-ders Denkende durch die heilige Inquisition. Manfängt auch hier endlich an sich zu überzeugen, daß esnicht in dem Sinne des Erlösers,, dem wir doch dieseHeil und Segen bringende Religion verdanken, gehan-delt sey, andere ReligionS - Verwandte mit Feuer undSchwerdt zu verfolgen, und daß man ein treuer An-hänger seinerReligion seyn kann, ohne Haß im Herzengegen andere ReligionS-Verwandte zu tragen. Manfindet in Spanien die Ceremonien der christlichen Re-ligion noch in dem alterthümlichen Gewände, mit densonderbarsten Verzierungen und Auswüchsen, welcheein zu großer Aberglaube giebt; auch findet man inkeinem Lande so viele Kirchen, Klöster, Geistliche,Mönche und Nonnen, wie in Spanien: kein Landzählt so viele Wallfahrcö- und Gnadenörter, Prozess