Spannen. 285
spannet, der Schuh spannet, pflegt man zu sa-gen, wenn die Kleider oder Kleidungsstücke, wozu auchder Scbuh, Stiefel rc. gehört, die Theile des Leibeszu sehr pressen und drücken, sie beengen, einschränken,so daß diese ihre elastische Kraft dagegen äußern.(Ii) Figürlich. -) Einen Fluß spannen oderaufspannen, ihn stämmen, seinen Abfluß hemmen,und dadurch aufschwellen machen, wo es in Ansehungdieses AufschwellenS auch eine Figur der Ausdehnungseyn kann. Einen Fluß oder Mühlenbacheinspannen, heißt ihn einfassen, sein Bett ein-schränken. /Y Binden, fesseln, jedoch nur in einigenFällen. So spannt man in derLandwirth-schäst die Pferde, wenn man ihnen auf der Weidedie Vorderfüße mit Stricken zusammen schleift, damitsie nicht entlaufen können, welches auch fesseln undin Niedersachsen auch rädern genannt wird. Ineinigen Gegenden des nördlichen Deutschlands sagtman auch einen Gefangenen fesseln oder binden. Amüblichsten ist es von der Befestigung des Zugviehs anden Wagen, Pflug rc. Die Pferde vor denWagen, die Ochsen an den Pflug odervor den Pflug spannen. In welcher Bedeutungschon Notker szmniisri sagt. Die Pferde hin-ter den Wagen spannen, figürlich, eine Sacheverkehrt ansangen. Die Ableitung der figürlichenRedensarten: sie sind mit einander gespanntoder über den Fuß gespannt, von Personen,welche nicht in dem besten Vernehmen mit einanderstehen, ohne eben Feinde zu seyn, ist dunkel, sagt Ade-ln ng, man könnte spannen hier von dem altenSpan, Spänigkeit, Streit, Mißhelligkeit, ablei-ten, wenn nicht der Beisatz des Fußes diese Ableitungunwahrscheinlich machte.
2. Durch Ausdehnung. (1) Nach allen Richtun-gen. Einen gespannten Leib haben, wenn