Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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294 Spannkraft.

Glas, dessen große Zerbrechlichkeit Ibekannt ist, den-noch in kleinen Massen sich als elastische Körper zeigen.Man brach die Spihe eines GlaStropftnö, welcherentsteht, indem man von der weichen Glasmasse einenTropfen in kaltes Wasserfallen läßt, ab, und der ganzeTropfen wurde sogleich in ein Pulver verwandelt.Dieses geschieht durch die Aufhörung des Gleichge-wichtes; denn die Theile des Glases werden durch dieschnelle Erkaltung, indem sie in das Wasser fallen,äußerst gespannt und bilden kleine, neben einanderliegende, höchst gespannte Federn, die sich einanderdurch ihren gegenseitigen Druck und Gegendruck dasGleichgewicht halten, wird nun die Spitze des Tropfensabgebrochen, so hört dieses Gleichgewicht auf, dieFedern entspannen sich alle zugleich, und der GlaS-tropfen zerfällt in Pulver. Man gewahrt hieraus,wie durch-Veränderung der Lagen von kleinen Theilender Körper, solche aus dem Zustande der elastischenin den Zustand der allersprödesten übergehen können.Man findet gewöhnlich in den Glastropfen Blasen,die das Ansehen der Luftblasen haben; daher habeneinige Physiker die Zermalmung der GlaStropfen, dieauf das Zerbrechen ihrer Spihe folgt, dem schnellenEintritte der äußern Luft in diesen leeren Räumen zu-geschrieben; allein wäre dieses, und nicht die Span-nung der Theile an die A)ulverung der GlaStropfenschuld, so müßten sich im luftleeren Raume nicht die-selben Erscheinungen zeigen, welches aus folgendemVersuche, den man dieserhalb anstellte, hervorgeht.Die spitze eines GlaStropfenS wurde im luftleerenRaume abgebrochen, und er wurde, wie in der Luft,zu Pulver verwandelt. Um diesen Satz noch mehrzu bestätigen, daß die Zermalmung oder Zerstörungder GlaStropfen nach dem Wegbrechen der Spitze nurvon der, durch die schnelle Erkaltung des geschmolze-nen Glases hervorgebrachten Spannung der Theile her-