Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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296 Spannkraft.

in Quecksilber untergetauchte Glasröhre, die an demeinen Ende verschlossen, an dem andern aber offenwar, wurde unter einen Rezipienten gebracht, in wel-chem man die Luft verdünnte. Die Luft in der Röhredehnte sich desto mehr aus, jemehr die sie umgebendeLuft verdünnt wurde, und da man dieser ihre vorigeDichtigkeit wieder gegeben, so nahm sie auch wiederden Raum ein, den sie zuvor eingenommen hatte.Man brachte nun ein halb mit Wasser angefülltesGlas, durch dessen obere, sonst genau verschlossene,Oeffnung eine Glasröhre bis beinahe auf den Bodendes Glases ging, in verdünnte Luft. Die Luft indem Glase, die nun von der äußern nicht mehr ge-drückt wurde, dehnte sich aus, drückte auf das Wasierund trieb es in Gestalt einer Fontaine aus der Oeff-nung der Röhre. Diese Fontaine ist unter dem Na-men des Heronsballs, vom Namen des ErfindersHeron bekannt. Da nun diese Versuche beweisen,daß die Luft durch Verminderung einer sie nach allenRichtungen drückenden Kraft, ihren Raum vergrößert,hingegen solchen wieder durch Verstärkung der siedrückenden Kraft vermindert, so folgt daraus, daß sieelastisch ist, wodurch die Elasticität bei Flüssigkeitenerwiesen wird. Ein Mehreres über diese elastischenFlüssigkeiten wird noch weiter unten vorkommen.

Die oben angeführten Versuche haben nun bewiesen,daß die Feder- oder Spannkraft sowohl bei festen, alsbei flüssigen Körpern in der Natur vorhanden ist.Es ist daher keine Kraft in der Natur, die dem Men-schen oder dessen Wirkungskreis in Künsten und Ge-werben so viele ansehnliche Vortheile darböte, als diese.Ohne dieselbe würde man vielleicht den größten Theil- von Maschinen entbehren müssen; so würde auch dergrößte Theil der Uhren, das Schießpulver wegfallen;die ganze Musik wurde uns unbekannt seyn, und wasfür Vortheile entstehen uns nicht aus der Federkraft