Sparsamkeit. 457
dem Stande gemäße zu beschranken. Bediente, derenMenge nur ein Haus verwirren und belästigen, sindgleichfalls nur auf die nothwendige Zahl zu beschrän-ken, es sei denn, daß der Besitzer bei seinem Reich-thume die Absicht hat, dadurch mehreren armen LeutenBrod zu geben; denn Aufwartungen von ihnen anzu-nehmen, die man mit mehr Bequemlichkeit und Kürzesich selbst leisten kann, ist lächerlich und überflüssig.Um hier nicht weitlauftig zu werden, übergehe ichAlles, was in Kleidungen, Essen und Trinken, beider Jugend rc. überflüssig ist; denn sonst würde die-ses Kapitel viel zu lang werden, besonders wennman die Magazine der Matadore des Luxus, derGalanteriehändler, berühren wollte, durch welche Frank-reich einen größeren Sieg, als durch alle seine Hel-den über andere Nationen davon getragen hat undnoch tragt. —
Der Sparsamkeit ist auch der übertriebene Ge-schmack im Ausländischen entgegen. Tische, Kommoden,Schreibspinden und andere Hausgeräthe von Maha-gonyholze, können durch unsere dauerhaften inländi-schen Hölzer ersetzt werden, die mit einer schönenPolitur, auch eine schöne Farbe erhalten, wie dasBirn-, Pflaumen-, Aepsel-, Linden-, Eichen-, Birken-und Nußbaumholz, und so ließen sich so viele Artikel,die dem Luxus angehören, und von außerhalb kom-men, durch inländische ersetzen, wobei immer gespartwird. Die Quinkaillerie-, Modewaaren- oder Galan-teriehandler wissen sich auch diesen Geschmack des Pu-blikums zu Nutze zu machen, und Alles muß daherbis zum Zahnstocher und Strumpfcnband herab. Fran-zösisch oder Englisch seyn. — Der Sparsame undGenügsame hüte sich mehr Bedürfnisse zu erdenken,als bereits vorhanden sind, und suche vielmehr dieZahl derselben zu vermindern. Er suche sich selbstgenug zu seyn, welcher schöne Endzweck aber um somehr Hindernisse findet, )e größer die Zahl der Dingeist, die er nöthig hat. Könnte er ohne Thorheit ei-nem Diogenes in der Tonne ähnlich werden, sowürde er seinen Endzweck am ersten erreiche». Ersuche ihm daher so nahe, als möglich, zu kommen.Es muß diese Regel vornamlich bei der Erziehung