Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
Seite
475
JPEG-Download
 

Sparsiedeherd. 475

Wännestoffauf zwei Wegen, erstlich in dem heißenDampfe, der von der Flamme aufsteigt, und dann inWärmestrahlen, die sich von dem Feuer nach allenRichtungen hin verbreiten, welche Strahlen mehr er-hitzend, als heiß genannt werden können. Denn wennsie frei durch einen Körper, z.B. durch eine nasse Lufthindurch gehen, so theilen sie einem solchen Körper garkeine Hitze mit. Auch scheinen sie keinen hohen Gradder Hitze in den Körpern zu erregen, von deren Ober-fläche sie zurückgeworfen werden, gerade so, wie es beiden Sonnenstrahlen der Fall ist. In welchem Ver-hältnisse diese strahlende Hitze mit derjenigen steht, dieim Rauche und heißem Dampfe aufsteigt, ist nicht ge-nau bestimmt, indessen ist so viel ausgemacht, daß weitmehr Wärmestoff in den heißen, elastischen Flüssigkei-ten vom Feuer verfliegt, als alle Wärmestrahlen zu-sammen hervorbringen können. Darum darfman aberdoch diesen sogenannten strahlenden Wärmestoff, wo-gegen man den im Rauche und Dampfe aufsteigendenden gebundenen nennen könnte, nicht übersehen. Diesestrahlende Hitze bleibt immer noch beträchtlich, wie ausder Wärme erhellt, die ein Kaminfeuer verbreitet. Mankann sich davon auch durch einen sehr einfachen Ver-such überzeugen; wenn man nämlich die Hand in ge-rader Linie mit ausgestreckten Fingern gegen ein bren-nendes Feuer hält, so wird man in einer gewissen Ent-fernung wenig Wärme fühlen, wenn man aber in der-selben Lage die Hand flach macht, so wird man dieHitze kaum auszuhalten vermögen. Aber nicht bloßbrennende, sondern auch alle andere erhitzte, feuerfesteund sowohl unverbrennliche, als entzündbare und ver-brennliche, flüssige, so gut, als feste Körper lassen dieseStrahlen ausströmen. Alle diese Wärmestrahlen er-zeugen in dem Körper, von welchem sie aufgefangenwerden, Hitze, aber nicht in dem Mittelkörper, durchwelchen sie hindurchziehen oder gehen. Man muß also