Spaßmeister Spaßvogel. 515
bei den Aufzügen mancher Gewerbe in kleinen Städ-ten, in den großen ist diese Mode abgekommen, so wieüberhaupt in der neuern Zeit alle dergleichen Aufzüge,welche die Störung der öffentlichen Ruhe herbeifüh-ren können, verboten worden sind. In Berlin sahman dergleichen Pritfchmeister einmal wieder im Jahre1823 bei der Einholung der Kronprinzessin Elisabethvon Preußen, geborne Prinzessin von Bayern. DiesePrischmeister vertraten bei den Auszügen rc. die Stelleder Arlekine oder Pickelheringe in dem Lust-spiele; s. Th. 113, S. 31. — Was die Zwergnar-ren anbetrifft, so sehe man d. Art. Norio, Th. 94,S. 47 nach, wo auch auf den Artikel Leibesübun-gen, Th. 72, verwiesen worden, worin noch Manchesüber diese Klasse von Narren gesagt worden.
Spaßmeisteu, s. den vorhergehenden Artikel.
Spaßvogel, in der vertrauten Sprechart, eine spaßhaftePerson, welche Fertigkeit im Spaßen besitzt, im Durch-hecheln. Durchziehen anderer Leute ein Vergnügenfindet, und dieses Vergnügen auch auf Andere überzu-tragen sucht. Ein Spaßvogel beschränkt sich nicht bloßaus die Späße, die oft gleich einem Springbrunnenseinem Munde entsprudeln, sondern er sucht sie auchin Handlungen auszudrücken; z. B. anonyme Briefemit Schnurren an Bekannte zu schreiben, komischeAnzeigen mancherlei Inhalts, sich auf bekannte Per-sonen beziehend, in die öffentliche Blätter einrückenzu lassen; leichgläubige Personen zu überreden, daßsie dieses oder jenes thun müssen, womit sie Andre nach-äffen, aber selbst lächerlich werden; denn nicht die ko-mischen Gewohnheiten, dieJemand besitzt, machen ihnso lächerlich, als derjenige erscheint, der sie ihm nach-macht. Jener ist ein Gewohnheitsmensch, dieser einNarr. Dergleichen ^paße variiren nun ins Unend-liche und sind genießbar, wenn das Komische keineverwundende Seite hat, und in den Grenzen des An-
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