Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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680 Specht.

gen. Zu diesem Klettern sind sie, außer der Bildungihrer Füße, von denen zwei Zehen nach vorne undzwei nach hinten gehen, wie bei allen Klettervögeln,auch noch durch den Schwanz geschickt, welcher aussehr dünnen Federn besteht, und ihnen gleichsam alsStrebepfeiler dient. Die Behauptung von vielen Na-turforschern, daß der Schwanz nur zehn Steuerfedernhabe, widerlegt Cüvier, er hat zwölf, nur sind dieb-idm äußersten sehr klein, daher sind sie immer über-sehen worden. Der Schnabel der Spechte ist sehrlang, gerade, spih, an der Spihe zusammengedrückt,und an der Wurzel eckig. Die Zunge ist sehr lang,rund, dünn, und am Ende mit kleinen rückwärts ge-bogenen Spihen bewaffnet. Sie können solche meh-rere Zoll lang ausstrecken und wieder zurückziehen; siedient ihnen, die Würmer aufzuspießen und sie so ausden Spalten der Baumrinde hervorzuziehen. Büf-fon sagt, daß kein Vogel seine Nahrung mühsamersuchen müsse, als der Specht; die Natur habe ihngleichsam zum Galeerensklaven bestimmt; denn indemdie übrigen Vögel alle freien Uebungen machen könn-ten, wo Muth und Geschicklichkeit den Vorzug hätten,sei der Specht zu einem mühsamen Geschäft verur-theilt, um seine Nahrung zu finden, indem er die Rin-den und harten Fasern durchbohrt, unter denen sie ver-borgen ist. Er kennt weder Ruhe, noch Erholung,und schlaft oft sogar darüber ein, und bringt dann dieNacht in dieser Stellung zu, wozu ihm das Bedürf-niß des Tages nöthiget. Er ist von allen andern Vö-geln abgesondert, und erhebt nur ein wildes Geschrei,dessen klagender Ton die drille des Waldes unterbricht,und seine Bemühungen und Beschwerden ausdrückt.Die Unruhe, die ihm beiwohnt, drückt sich auch in sei-ner Physiognomie ab. Er flieht jede Gesellschaft undsogar die seines Gleichen; nur das physische Bedürf-niß der Liebe zwingt ihn, sich eine Gefährtin zu su-