14 Staatsschuld.
darum vertheidigen und dem Schuldner auf jede mög-liche Weise durchzuhelfen suchen, weil doch das Pu-blikum bei dem wohlfeileren Preise der Waaren ge-winne, und der Verlust am Kapitale doch größcencheilsnur fremde Kaufleute treffe. Ein solches Verfahrenin der Handelswelt würde den Nachtheil haben, daßder Kredit aufhören und jeder Kaufmann für baareSGelb oder doch in nach Sicht zahlbaren Wechseln seineWaaren würbe einkaufen müssen, welches den Handelnicht nur sehr erschweren, sondern auch die Preise derWaaren erhöhen würde. Dasselbe ^ird auch in derFolge mit den trüglichen Finanzoperationen geschehen,der Kredit wird gleichfalls aufhören, wenn die vor-geschossenen Fonds nicht auf Nationalgüker hypo-thecirt oder sonst sichere Pfänder gegeben werden kön-nen; denn der Kapitalist wird lieber sein Geld inkleinen Summen auöthun, als sie in großen auf eingewagtes Spiel setzen, oder er wird fein Kapital ganzeinhalten, wie viele Fälle in Holland, England undFrankreich, auch in andern Staaten, jedoch seltener,vorgekommen sind, wo Kapitalisten ihr baares Geldgar nicht in Umlauf gebracht, sondern es haben unge.nutzt liegen lassen, so daß man erst nach ihrem Todedie gesammelten ansehnlichen Schätze fand. Man hatdieses dem Geitze und dem Mangel an Umsicht in Geld-geschäften, überhaupt im Geschäftsleben, zugeschrieben.Dieses mag im Einzelnen der Fall seyn; allein wirdman es wohl überall annehmen können, wenn manden unsichere Geldverkehc und die Spekulationen inden Fonds seit mehr denn einem halben Jahrhundertein einigen, besonders aber in der neuesten Zeit fast inallen Ländern Europas gewahrt und berücksichtiget;wenn man gewahrt, daß das Papiergeld in neuesterZeit sehr gemißbraucht, durch solches das baare Geldin einigen Staaten fast ganz aus dem Umlaufe ver-drängt, und das Eigenthum unsicher gemacht worden