16 Staatsverwaltung.
feindlichen Mächten zum eigenen Vortheil des Staatszu vermitteln, oder einen Krieg aus derselben Ursacheanzufachen oder anzuspinnen; sucht er das Ansehen desStaats durch einen ausgebreiteten Kredit und durcheine tüchtige Marine oder Landmacht zu befestigen.Eine gewiß schwierige Aufgabe für einen Premier-Minister in einem constitutionellen Staate, der demMonarchen und der Nation für seine Verwaltung der-ontwortlich bleibt, und oft eine starke Opposition gegensich hat, die ihn zu Boden zu drücken sucht. Dieser-halb erhielt sich auch nicht lange ein Ministerium inEngland, dessen Premier-Minister nicht in jener Auf-gabe seine Verwaltung führte, nicht in jenem Sinnewirkte, oder immer von Seiten des Hofs oder desVolks in seinen Planen gehindert wurde; indem er dannselbst das StaatSruder niederlegte, oder abzudankengezwungen wurde, oder ihm die Entlassung von Sei-ten des Monarchen ertheilt ward, und mit ihm lösetesich dann auch gewöhnlich das ganze Ministerium auf,oder war dieses nicht der Fall, so schieden doch diejeni-gen Minister aus, die der Parthei des ersten Ministersergeben waren, dessen Pläne in der Verwaltung billig-ten; daher sind auch seit dem Jahre 1754 bis zu diesemI836sten Jahre nur vier Premier-Minister lange imAmte gewesen , als der Herzog von Newcastle acht,der Lord North zwölf. Pikt über siebzehn, und LordLiverpool an fünfzehn Jahre. Die übrigen Pre-mier-Minister haben nicht viel über, wohl aber unterdrei Jahre am StaatSruder gesessen, selbst der be-rühmte Pitt (Graf von Chath am ), der Vater desoben angeführten Ministers, har dennoch, so beliebt erauch bei dem Volke war, kaum fünf Jahre das Regi-ment als erster Minister geführt, in der übrigen Zeithat er als Mitglied des Unterhauses gewirkt. Ausfolgendem Verzeichnisse wird man die verhaltnißmä-ßige Dauer der Verwaltungen der verschiedenen Brit-