646 Staatswüthschaft.
die Leinwand kommt, machen besonders, daß die Aus-fuhr die Einfuhr am Werthe übersteigt. In Schle-sten liefern Troppau, Jägerndorf, Wagstadk, Oderan,Teschen rc. viele Wollenwaaren. Die jährliche Pro-duktion an Zeugen und seinen und mittleren Tüchernwird auf WO.OOOStück angeschlagen; allein sie mußwohl größer seyn, wenn man Alles hinzu rechnet, wasdie ganze Monarchie an diesen Waaren liefert. DieTücher werden aus feiner Spanischer und auch ausUngarischer, Mährischer und Böhmischer Wolle fa-brizirt; sie gehen über Pilsen, Prag, Brünn nachLeipzig, Frankfurt am Main re. auf die Messe, oderüber Wien und Trieft nach der Türkey und nach Ita-lien. Die vorzüglichsten Tücher sind die Brünner,Fulnecker und Iglauec unter den Mährischen, und dieÖberleutersdorfer, Reichenberger, Braunauer, Tup-pauer rc unter den Böhmischen, wenigstens haben siesich im Handel einen gewissen Ruf erworben DieWollenmannsaktnren Sachsens liefern eine MengeWaaren in den Handel, die sich alle Ruf erworben ha-ben, als Flanelle, Friese, Rasche, Kasimirs, Merinos(von vorzüglicher Güte), ThybetS, BombasinS, Woll-kords, MoltongS. Kalmanks, Tücher aller Art rc. rc.,jährlich an 60,000 Stück; dann noch Strümpfe,Mühen, Handschuhe und Bänder, welche mit demSpinnen 25,000 Fabrikanten beschäftigen. Die Oer-ter, die sie liefern, sind: DreSden, Leipzig, Großen-hayn, Oschah, Grimma, Döbeln, Waldheim, Bauhen,Bernstadk, Leißnig, Mitweyda, Borna, Hainichen.Von den Sächsischen Wollenwaaren sind besondersdie Merinos und ThybetS im Rufe, die unter dem Na-men der Sächsischen ThybetS verlangt werden, und dieimmer höher steigende Industrie Sachsens aufs Neuebewähren. In Bayern sind die aus der Wolle fabri-zirten und in den Handel kommenden Waaren nicht un-bedeutend, und die Industrie in diesem Zweige beschäf-