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Tieger,
war aus einer wandernden Menagerie entschlüpft, undsprang, seine natürliche Gewohnheit nicht vcrläugnend,auf die Dordcrpferde, als diese bei ihm vorbeikamen.Die Bedeckung würde es erschossen haben, allein seineWärter trieben eS fort; es flüchtete nach einem Heu-schober, kroch hinein, und wurde hier ohne Schwierig-keit wieder eingefangen. So ist auch schon oben unterThierkampf bemerkt worden, daß ein einmal einge-schlichtetet Tieger sich nicht widersetzt, und daß ein Kindseinem Laufe eine andere Richtung geben kann. wennes schnell vor ihn Hintritt. — Düffon sagt in seinerNaturgeschichte der Thiere (in der DeutschenUebersetzung, unter dem Artikel Tieger) über diesesThier in Hinsicht seines Naturells und seiner Unzähm-barkeit: „Der Tieger ist vielleicht das einzige Thier,dessen Natur sich nicht lenken läßt. Stärke, Zwang,Gewalt, Alles ist umsonst ihn zu bändigen. Er wirdallemal aufgebracht, ob man ihm mit Güte oder mitHärte begegnet. Die Gewohnheit, diese sanfte Lehrerin,die sonst AllcS vermag, kann bei dieser eisernen Naturnichts ausrichten. Er läßt sich durch die Länge der Zeitnicht erweichen, seine wilde Laune nicht besänftigen, sieätzt und schärft vielmehr die Bitterkeit seiner Wuth. Erzerfleischt die Hand, welche ihm Nahrung giebt, wie die,welche ihn schlägt. Er brüllt beim Anblicke jedes leben-den Geschöpfs; in jedem sieht er einen neucnRaub, dener zum Voraus mit gierigen Blicken verschlingt, mitgräßlichem Schnauben undZähnekuirschcn bedroht, undauf den er öfters zuschießt, trotz der Kelten und Gitter,die seinen Ungestüm brechen, ohne ihn zu stillen." Hierirrt Büffvn; derTicgcr läßt sich eben sowohl zähmen,als der Löwe, und dieses berichten uns schon die Alten;denn nach dem Plinius soll der Tieger, welchen Au-gust dem Volke zeigte, zahm gewesen sein. Der Pro.feffor Dlumenbach in Göttingen sah einen großenlebendigen Tieger, dem alle seine Wärter den Rachen