Tiers-Etat.
27
dere Verdienste, imUebermaaßegenossen (indemhiernichtvon taufenden, sondern von hunderttausend Livres dieRede war), abzuführen rc.; kurz man sah es ein, daßdiese Quellen stets offen erhalten werden mußten, woll-te es aber nicht einsehen, daß die Urheber dieser Quel-len, auch an allen Staatseinrichtungen Theil zunehmenein Recht hätten. Diese Mißbrauche, sich Alles anzu-eignen, sich alle Stellen zu versichern, die Geltung undAnschn gaben, alle Vortheile für sich zu ziehen, wozunoch viele andere Uebel kamen, bewirkten die Revolu-tion in Frankreich. dieden drittenStand vderTiers-vt a t zu der Geltung brachte, die er hatte so lange durchunzweckmäßige Zurücksetzung und Vornehmthun der an-dern Stände entbehren müssen, und worauf er vielleichtnicht gefallen wäre, hätte ihn nicht hier jene Verachtunggetroffen; denn nichts kränkt tiefer, und läßt einen Sta-chel zurück, als Verachtung. Es ist hier nicht der Ort,diesen Gegenstand weiter zu beleuchten, nicht weiter zuberichten, in wie weit auch der Bürgerstand seine An-maßungen nach der Vernichtung der Staatsgewalt trieb,da dieGeschichte darüber spricht, und die Zeit die Diffe-rencen ausgeglichen hat, welche zwischen den genanntenStänden bestanden; auch Sieyes in seinen Schrif-ten: Versuch über die Vorrechte, und: Was istderBürgerstand? denTiers-ota t zur Genüge be-leuchtet; nur so viel muß hier noch angeführt werden,daß nach der Restauration sich auch wieder der Dämonder Zwietracht zwischen die kaum versöhnten Ständemischte, und daß die sonst so hochherzigen Frauen, dieso manche Differencen durch ihr reiches Mitgefühl aus-gleichen, auch hier zur Unterhaltung dieses bösen Gei-stes nicht wenig beitrugen. In den Memoiren einer Frauvon Stande über Ludwig den Achtzehnten, sei-ue n Hof und seine Regierung ) steht Folgendes, nach-
*) Uemoires «I'uiie kemms 60 c>u«Iite sur l,ouis XVItl, saeour et soo regne. Tom I. ( 8 tiittg. 182V) p. 255 s.