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Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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71 Tinktur.

Schwefelsäure. Man schüttet Alles in eine Flasche,welche man mit einer Blase gut verwahrt, und sehtsolche in gelinde Wärme, während man sie täglich meh.rcre Male umschüttelt. Nach acht Tagen filtrirt mandie Flüssigkeit, und versetzt sie mit einigen Tropfen wohl-riechenden Oelen. Wenn man von dieserTinktur etwasauf Baumwolle tröpfelt, und damit die Wangen reibt,so erhalten diese dadurch eine so schöne Nöthe, daß cSschwer zu bestimmen ist. ob solche natürlich, oder durchSchminke hervorgebracht worden. Sollte diese Tinkturnoch zu hell seyn, so kann man ^ bis ^ Loth Sandel-holztinktur hineintröpfcln. welches Tröpfeln nur nachund nach geschehen muß, indem man dazwischen immerdas Ganze umschüttelt, und sieht, ob die Farbe gesätti-get genug ist, so daß sie dem natürlichen Rothe derWangen gleich kommt. S. auch unter Schminke,Th. 147, S. 58. — Die Sandelholztinktur er.hält man, indem man gemahlenes rothes Sandelholz ineiner Flasche mit Weingeist übergießt, ungefähr zu 16Unzen Weingeist, 2 Unzen Sandelholz und 1 TropfenSchwefelsäure. Die Behandlung geschieht, wie vorherangeführt worden. — Farbentinkturen, welche so-wohl von den Färbern rc., als auch von den Malernund Koloristen gebraucht werden. Die Farbentink-tur unterscheidet sich von der Deckfarbe; denn unterder Ersteren versteht man eine flüssige nicht deckendeFarbe, die durch einen Auszug oder durch Ausziehungaus einem Farbestoffe bereitet worden; sie enthält daherkeinen deckenden Körper. Alle Tinkturen in der Male-rcy und Färbcrey sind daher ausgezogene Farbenstoffe,die sich in dem Ausziehungsmittel flüssig erhalten, alsodie Flüssigkeit tingiren oder färben; sie müssen daher inder Flüssigkeit enthalten seyn, mit solcher eins ausma-chen, und eigentlich keinen Bodensatz geben; dagegensind die materiellen Farben, in der technischenSprache der Malerey, welche einen deckenden Körper