142
Tinte.
dem Professor Grindel ermittelt, und in dem von ihmherausgegebenen Russischen Jahrbuche für die Chemieund Pharmacie, Dd. 1., 1809, S. 144, beschriebenworden. Man nehme 4 Loth Gallapfel, und koche siemit 3 Pfund Wasser bis auf 2 Pfund gelinde ein, undlasse das Dekoct durch ein leinenes Tuch laufen. Hier.auf wird aus 6 Loth trocknen, Blute und 3 Loth gerci«nigter Potasche durchs Glühen und Auslaugen mit sovielem Wasser eine Blutlauge bereitet, daß das ganzeFluidum 24 Loth beträgt. Zuletzt werden 4 Loth weißkalcinirter Eisenvitriol in einem Pfunde Wasser anfge-löset, alle Flüssigkeiten mit einander vereiniget, und nochLoth Arabisches Gummi hinzugesetzt, so erhält mandiese Tinte. Um aber auf einem noch einfacheren Wegezu demselben Zwecke zu gelangen, verfertigte der ge-nannte Professor sich aus schwefelsaurem Eisen undDlutlauge eine blaue Tinktur, die so conccntrirt, alsmöglich, war. Von dieser Tinktur goß er zu 2 Loth ge-wöhnlicher Tinte I Loth, und schüttelte das ganze Flui-dum ordentlich untereinander. Die Dauerhaftigkeitdieser Tinte rührt daher, weil das blausaure Eisenkeine Zersetzung von Säuren erleidet. — Eine un-zerstörbare Tinte nach William Close,welche weder durch Wasser, noch durch Säuren und Al»kalten zerstört werden kann. Fünf und zwanzig Theilegepulverten Kopal, wozu man von diesem Harze diereinsten Stücke nimmt, werden in zweihundert Theilenreinen Lavendclöls in einem Glase, dessen Ocffnung miteiner Blase überzogen worden, im Sandbade aufgelöset.Die Blase wird mit einer Nadel mehrere Male durch,stechen, und das Ganze oft umgeschüttelt. Das Sand«bad muß nur mäßig heiß erhalten werden. Im Som-mer kann man die Auflösung auch an der Sonne be«wirken, wenn man das Glas in dieselbe stellt, und imWinter auf den Ofen oder aus die erwärmte Kochplattedes Herdes, nachdem das Essen bereitet worden. Nach-