Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Titul und Titulatur.

Gewerbe, wurde auch in Zusammensetzungen als Amts.titel gebraucht, und kommt noch jetzt darin vielfältig vor,wie: Forstmeister, Jägermeister, Feldzeugmei«ster, Postmeister, Rittmeister, Bürgermeister,Kapellmeister, Proviantmeister.Schulmeister,Schatzmeister rc. (s. den Artikel Meister, Th. 88,S. 56 u. f.)—Wenn sich der B ü r g e r, der ein Handwerkoder eine Kunst treibt, sonst Meister titulirea ließ, undauch solches in Briefen und andern Schreiben annahm,so ließ er sich späterhin das Prädikat Edler undHochedler gefallen, welches man in Schreiben ihmgab, auch den Titel Herr, statt Meister. Kaufleute,Beamte von unterm Range rc. nahmen den Titel Hoch-edelgeboren an, von höherem Range Wohlgebo-ren; jetzt bekommen die Erstem das Prädikat Hoch-edelgeboren, die Folgenden Wohlgeboren, unddie von höherem Range Hochwohlgebore n.—F r i ed-rich der Große fing zuerst an. der übertriebenen Ti-telsucht einen Damm dadurch entgegen zu setzen, daß erzuerst, nach dem Antritte seiner Regierung, befahl, alleTitulaturen auf seine Person in der Kirche wegzulassen,und bloß zu beten: Wir empfehlen Dir auch, o Gott!unsern König. Deinen Knecht; und in einem Rescripte,welches dieser Monarch erließ, heißt es: —Von Got-tes Gnaden Friedrich König von Preußen rc.Unsern gnädigen Gruß rc. Da Wir höchst selbst es sehrüberflüssig finden, wenn in den Bestallungen für UnsereBediente und bei andern dergleichen Ausfertigungen dieganze Königliche Titulatur vorgesetzt wird, und daherzu resoloircn geruhet haben, daß solches von nun annicht weiter geschehen, sondern nur kurz: Wir Fried-rich von Gottes Gnaden König von Preußen rc. undmehr nicht; in den Rescripten aber im Jngrcß: VonGottes Gnaden Friedrich König von Preußen rc.Unsern gnädigen Gruß zuvor! und sodann das Uebrigenach dem gewöhnlichen Kanzleystyle gesetzt werden soll: