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Toleranz.
auch Mode und Sitten, im verwichencn achtzehnten, auchim siebzehnten, Jahrhunderte bewies. Diese Intoleranz istum so mehr zu bewundern, da es das Beispiel von Spa-nien vor sich halte» ihm dieses das Vergehen an demStaate durch die Vertreibung der gewcrbsamsten Unter,thauen gezeigt hatte, und durch diesen Regierungsmiß,griff immer tiefer in seiner Bevölkerung, seiner Jndu-strie, seinem Handel, und daher auch in seinen Finanzensank. Entweder bekümmerte sich die Französische Regie,rung, im anerkannten Werthe ihrer Herrschaft über dieKultur, nicht um die Schicksale anderer Länder, oder sieverkannte ihre eigene Industrie; denn König Ludwigder Vierzehnte ließ sich durch dieFeindeColberts,durch Louvois, den Kanzler le Tellier, und durchandere Einflüsterungen zur Verfolgung der Protestantenbestimmen, deren Betriebsamkeit der Minister Colbertauf jede mögliche Weise unterstützte, um so die Finanzendes Staats in bessere Umstände zu bringen, und so ge-schahen bei der gezeigten Intoleranz nicht nur Auswan«derungen derselben nach andern Ländern, welche die berüch.tigtcn Dragonaden veranlaßten, wodurch seit 1680allen auf der Flucht eingeholten Protestanten ein traun-ges Loos bereitet wurde, indem man auch das Militairbei denselben in den Städten rc. einlegte, das auf ihre Ko-sten sich bereicherte, und sie, als Ketzer, oft grausam be-handelte. Nach dem Tode Colberts, des großmü-lhigen Beschützers der Duldung, und durch sie der In-dustrie und des Handels, hob Ludwig auch im Jahre1685 das Edikt von Nantes auf, wodurch Frankreichüber 50,000 seiner arbeitsamsten Familien verlor, welchenach Deutschland, England, Holland und der Schweizzogen, und daselbst mit großer Bereitwilligkeit aufge«nommen wurden. Eine ganze Vorstadt von Londonwurde mit Französischen Scidenarbeitern bevölkert, derPrinz von Oranien und der Herzog von Savoyen er-richteten ganze Regimenter von Französischen Flüchtlin-