Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
Seite
185
JPEG-Download
 

185

Ueberbein.

gesunden Leibesbeschaffenheit, und an der Abwesenheitdes Schmerzes nach zertheilter Entzündung. DieGeschwulst endiget sich dadurch, daß die ergosseneFeuchtigkeit nach und nach verhärtet und endlich dasWesen eines vollkommenen Beines annimmt. Manhat daher nichts von ihr zu befürchten, außer daß sieeinige Ungemächlichkeiten verursachen kann, wenn siesich unter Muskeln befindet, deren Bewegung sie Hin-dernisse in den Weg legen kann. — Das bösartigeBcinge wachs besteht darin, wenn die in das Beinergossene und die Geschwulst veranlassende Feuchtig-keit von scharfer Art ist, und die Fibern des Beinesnicht nur auseinander treibt, sondem auch ganz zer-stört. Die Geschwulst kann ebenfalls von einer äuße-ren Gewaltthätigkeit entstehen, besonders wenn sie einkleines oder ein lockeres und schwammiges Bein bctroffen hat; meistens aber wird sie von den nachden Knochen versetzten verschiedenen Krankheits-materien, der Blattern-, Masern- undsiphilitischen Ma-terie erzeugt; hauptsächlich erzeugt sie das letztere Gift,wenn die davon abhängende Venusjeuche durch eineverkehrte Heilart, durch zur Unzeit gegebene Queck-silbermittel verschlimmert worden ist. Hier ist nurvon der Heilung eines gutartigen Ueberbeins die Rede,weil das bösartige BeingewächS den Arzt und Chirurgund weit romplieirtere Mittel erfordert, da nicht seltendas Beinhäutchen zerstört und der Knochen angefressenist. Man hat verschiedene Mittel zur Heilung diesesUebels vorgeschlagen, von denen einige als bewährtbefunden worden. 1) Man nehme eine kleine Bley-platte oder eine breitgeschlagene Bleykugel und bindesie auf die Geschwulst. — 2) Schwarze Seife dickauf Schaflcder gestrichen und anhaltend aufgelegt. —3) Handschuhe von Fuchspelz zu tragen, oder ein Stückdieses Pelzes auf die Geschwulst zu binden. — 4)Man nehme 1 Quentchen Hirschtalg oder auch nur