Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
Seite
224
JPEG-Download
 

224 Ueberfchren.

met, ein Quentchen Gewürznelken, und ein Viertel-pfund feinen weißen Zucker, zerstößt es in einem Mör-ser ganz fein, und bringt diese drei Ingredienzien mitzwei Löffeln voll gedörrten Heidelbeeren in eine glä-serne Flasche von anderthalb Maaß. Man gießt nunein Maaß vom besten Weingeiste oder sogenanntenVorlanf oder Vorsprung, den man aus einer gutenBranntweinbrennerey nehmen muß, darauf, stellt dieFlasche im Winter aufden Ofen oder auf eine erwärmteeiserne Platte in der Küche, im Somme an die Sonneund läßt die Species darin einige Tage digcriren.— Die Flasche wird mit einem Korke verstopft odermit Schweinsblase überbunden, in welche mit einerNadel einige Löcher gemacht werden. Nach sechs bisacht Tagen, auch wohl länger, nachdem die Auflösunggehörig geschehen, filtrirt man die Flüssigkeit in eineandere Flasche und hebt sie zum Gebrauche aus. AlteLeute nehmen eine halbe Stunde nach der Mahlzeiteinen Eßlöffel voll, auch wohl etwas mehr davon.—Dem Ueberessen entgegen zu wirken, ist auch der Hun-ger oft ein sehr gutes Mittel, indem man zuweileneine Mahlzeit aussetzt oder fastet, wodurch der Magenneue Kräfte erlangt, und wenn man diese dann weisebenutzt, indem man nur mäßig die erste Mahlzeit wieder thut, und so fortfährt, so wird es gewiß gelingen,den Magen wieder herzustellen; auch giebt ihm hierein gutes Glas Wein die gehörige Wärme und Kraftzum Verdauen. Siehe auch die Artikel Magenund Magenarzney, Th. 82. — Das Ueberessenbei den Thieren, s. Ueberfresfen.

Ueberfahren, ein Zeitwort, welches sowohl als einZeitwort der Mittelgattung, wie auch als ein thätigesZeitwort gebraucht wird. 1) Als Zeitwort der Mit-telgattung überfahren, über etwas fahren, absolute,ohne Meldung der Sache. Also kehreten diezween Männer wieder, und gingen vomGe-