Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Heberfirm'ffen.

würden die Farben, weil durch den Firniß der Zutrittder Luft gänzlich gehemmt wird, nie trocknen, und inkurzer Zeit so verderben, daß sie ein ganz anderesAnsehe» erhalten würden. Ehe nun das Ueberfir-nissen geschieht, befreit man erst das Gemälde mit ei-nem in reines Wasser gerauchten Waschschwammevon allem Schmutze, und läßt es dann wieder trockenwerden. Man nimmt nun einen Lyoner-Borstenpin-sel, oder einen großen Fischhaarpinsel, taucht solchen inden Firniß, jedoch nur so, daß nichts herauStropselt,wenn man den Pinsel senkrecht hält, und überziehtnun das auf einem Tische liegende Bild, etwas schnellmit dem Firniß strichweise von der linken zur rechtenHand, so daß Streif an Streif zu liegen kommt. Hatman auf diese Weise den Firniß aufgetragen, so hältman das Bild von der Seite gegen das Licht, ob auchAlles gehörig mit dem Firnisse bedeckt ist; sollte nundieses nicht überall der Fall seyn, so muß man dieiibergangenen Stellen, durch sanfte Striche bedecken,sich aber dabei in Acht nehmen, daß an den Rändernnichr zu viel Firniß abgesetzt wird, damit keine Erhö-hungen entstehen. Ant besten ist es, wenn man denaufgetragenen Firniß schnell mit einem Vertreiber(Dachshaarpinscl) sanft in einander treibt, welchesaber gleich nach dem Auftrage geschehen muß, weilderselbe schnell so trocknet, daß er nicht mehr vertrie-ben werden kann. Dieses Vertreiben geschieht auch,wenn der Firniß zu dick aufgetragen seyn sollte.Nach einigen Tagen ist der Firniß ganz trocken, wäh-rend welcher Zeit man das Bild vor allein Staubebewahren muß, weil der Firniß in der Zeit seinesTrocknens immer noch eine gewisse Klebrichkeit besitzt,»vorauf der Staub sich festsetzen würde. Zu den gu-ten Eigenschaften eines Mastir-Firniß gehört haupt-sächlich diejenige, daß man denselben, wenn er nach ei-ner Reihe von Jahren gelb geworden ist, mit leichter