Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberlackiren.

heißen geschmolzenen Masse die Hälfte des angewen-deten Kopals siedend heißen weißen Leinölfirniß zu-setzt, und den Firniß nach dem Erkalten mit Terpen-tinöl verdünnt. Was die quantitativen Verhältnissezur Zusammensetzung dieserFLrnifse betrifft, so richtensich diese nach dem Gebrauche, welchen man von den-selben machen will. Soll der Firniß zum Ueberlacki-ren von Blechwaaren gebraucht werden, welche manim Feuer trocknet, so nimmt man auf 1 Pfund Bern-stein 1 bis Pfund starken Leinölfirniß, ohne oder mitsehr wenigem Terpentinöl. Soll er aber zum Lackirenvon Möbeln rc. dienen, welche an der Luft getrocknetund angewendet werden, so nimmt man auf 1 PfundBernstein oder Kopal ^ bis ^ Pfund Leinölfirniß und^ bis 1 Pfund Terpentinöl. Dieser erstere Firniß istfest genug, um der Wirkung des siedenden Wassers zuwiderstehen. Wegen des wohlfeilern Preises bedientman sich zu schlechteren Arbeiten zuweilen des Kolo-phoniums zur Anfertigung fetter Firnisse; diese habenaber niemals Härte und sind dem Rissigwerden undAbspringen unterworfen. Eben so ist auch, wenn esauf Dauerhaftigkeit ankommt, der Bernstein dem Ko-pale vorzuziehen. Das Schmelzen des Bernsteins ge-schieht gewöhnlich in irdenen Töpfen; wenn nun dieseder unmittelbaren Wirkung des Feuers ausgesetzt wer-den, so wird bei der ungleichen Erhitzung immer einAntheil des Harzes mehr oder weniger zersetzt, wel-ches noch mehr der Fall ist, wenn man, wie man esin vielen Lackirfabriken antrifft, kupferne Schmelzge-räthc anwendet. Dann wird auch bei der gewöhnli-chen Methode, den Bernstein zu schmelzen, die Ge-winnung der Bernsteinsäure und des Bernstcinsölsvernachlässiget, welche mit Vortheil verkauft werdenkönnen. Die vortheilhaftestc Manier ist aber, dieSchmelzung in einer gläsernen Retorte vorzunehmen,welche man ins Sandbad setzt, und so lange bei et-