Ueberlackiren. 397
Oel und Bleyweiß geschieht. — Die dritte Arbeitist der Anstrich mit Massicot oder gelbem Bley-oxide. Er wird mit gekochtem Leinöl (Leinölfirniß) ab-gerieben, welches zur Hälfte mit wesentlichem Terpen-tinöl versetzt ist, und man macht ihn auch mit dersel-ben Flüssigkeit an. Die damit zu lackirenden Gegen-stände: Gyps- oder Steinwände, Kutschen rc., bekom-men dann sechs, neun oder zwölf Anstriche mit Mus-stest. Die Zahl der Anstriche muß immer mit zweioder drei theilbar seyn, damit man die zwei, drei odervier ersten Anstriche mit reinem Massicot ausführt, diezwei, drei oder vier folgenden Anstriche mit Massicot,welchem Mennige zugesetzt worden, und die zwei,drei oder vier letzten Anstriche wieder mit reinem Mas-sicot. Jeder Anstrich mit Massicot muß nicht bloß inHinsicht der Dicke, sondern auch in Hinsicht der Quan-tität Oel, Terpentinefsenz und Massicot ganz gleichseyn. Damit diese drei Substanzen immer dasselbeVerhältniß behalten, muß man von Zeit zu Zeit et-was wesentliches Terpentinöl und sehr wenig Oelhinzusetzen, um dasjenige wieder zu ersetzen, was sichdavon verdunstet haben kann. Man muß zwischen je-dem Anstriche so viel Zeit verstreichen lassen, damit ervollständig trocken werde. Vor jedem Anstriche schleiftman erst mit Bimsstein oder Glaspapier die Ober-fläche des Gegenstandes ganz leicht, um die größtenUnebenheiten zu beseitigen, und wenn man einige Feh-ler oder kleine Löcher gewahr wird, so müssen sie ver-deckt oder mit einem Oelkitt ausgefüllt ober ausgestri-chen werden. Man kann auch die Massicotanstrichemit Massicot ausführen, der mit wesentlichem Terpen-tinöl abgerieben und mit einem fetten, gut trocknendenFirnisse angemacht ist. — Die vierte Arbeit bestehtin dem Schleifen mit Bimsstein. Angenommen,man habe neun Massicotanstriche aufgetragen, soschleift man die Oberfläche des Gegenstandes, wenn