Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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4Z8 Uebermalen.

täuschend nachzuahmen vermag, die sonst auf keineandere Weise hervorzubringen sind. So kann z. B.eine Tiefe, welche bei der Untcrmalung violett ist,bläulich werden, sobald sie bei der Uebcrmalungmit einer lokalen Flcischfarbe, in welcher nur sehrwenig, auch gar kein Blau vorhanden ist, leichtÜbergängen wird. Auf diese Weise haben Künstlerdie Adern und die mit ihnen verbundenen bläuli-chen Töne nachgeahmt, und solches mit einer Wahr-heit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Auch giebtdie Natur hierzu die Anleitung, man darf nur die Ge-sichter und das Fleisch mit seinen Adern genau beob-achten, um sich hier von den verschiedenen Tintenund Halbtintcn, die durch die Haut hindurch schim-mern, und bald bläulich, grünlich, röthlich, bald vio-lett erscheinen, zu überzeugen, und hiernach zn ma-len. Auch kommt hier die Gesichsfarbe in Anspruch,ob blond, oder brünett, oder gemischt, welches durchdas Haupthaar entschieden wird; denn hiernach rich-ten sich die Farbentöne im Malen, also die Unter-und Uebcrmalung, wozu auch das Safiren gehört.Wenn man nun diese Tinten hervorbringen will,so muß man beim Untermalen wenig oder garkeine bläuliche Tinten anbringen, indem man diesedurch die Lasur zu erhalten sucht, daher müssen alleTöne, welche bläulich, grünlich, aschfarbig oder röth-lich werden sollen, bei der Untcrmalung durch dieschon oben angeführte violette oder weinfarbigeTinte, nach dem Verhältnisse der Durchsichtigkeit derHaut, stärker oder geringer angedeutet werden. Uebri-gens ist es nöthig, daß man ihnen anfangs mehrKraft verleihe, als man sonst diesem bläulichenTone geben würde, indem ihnen die weißlichen nurhalbdurchsichtigen Tinten die Stärke wieder beneh-men und die blaue Farbe mildern. — Die Mischun-gen der in der Natur vorkommenden gebrochenen