Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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534 Ueverschwemtim und Überschwemmung.

gung und ein Steigen und Ueberfluthen des Meeresdurch Stürme, eine Sündfluth, erhebt, die Alles mitsich fortreißt und zertrümmert? — Schon bei Bächenund Flüssen gewahrt man, wenn das Wasser durchHemmungen sich anstauet, daß deren Gewalt außer-ordentlich ist. So wächst ein Fluß mit seinen Neben-flüssen schnell an, sie übersteigen die Ufer und setzenAlles unter Wasser, so weit ihr Gebiet geht. Dabeireißt die Gewalt des hervorbrechenden Wassers Erde,Sand, Gerölle und selbst Steinblöcke von großemDurchmesser mit sich hinweg; auch ist dieses Wassernicht mehr rein, sondern eine dicke sich fortbewegendeMasse, aus jenen angeführten Substanzen, in welcherdie schweren Blöcke nicht so schnell zu Boden gelan-gen können, sondern mit der Masse oft weit fortge-führt werden; wie vor nicht langer Zeit iin Bagncs-thalc des Walliserlandes beim Durchbruch eines durcheinen Gletschcrwall aufgestaueten Sees fortgerisseneGranitblöcke von außerordentlicher Größe in einerEntfernung von sechs Meilen abgesetzt wurden. Auchdurch seine erweichende und auflösende Kraft, und danndurch das immerwährende Anspülen an Felsen undUnterivühlung derselben und der Berge hat es großeVerheerungen durch den Einsturz dergleichen Bergebewirkt. So wurde die schöne und reiche Handels-und Manufakturstadt Plurs, und das nahe dabei lie-gende Dorf Schilano, im Velteliner Lande in derSchweiz, im September des Jahres 1618 von einemTheile des Berges Conto ganz verschüttet, wobei2430 Einwohner ums Leben kamen. Es fiel nämlicham Sonnabende, den 25sten August des gedachtenJahres, ein mit Donner und Blitz begleiteter, fastunerhörter Platzregen, der bis Donnerstag, den 30stcnAugust, anhielt und nur selten auf eine Viertelstundeunterbrochen wurde. Donnerstags war der Himmelsehr heiter, ein angenehmer Nordostwind verjagte die