548 Ueberschwemmen und Überschwemmung.
und auch viele Menschen das Leben dabei verloren.Wenn nun die Ueberschwemmungen vom 30stenSeptember dieses 1846 sten Jahres schon furchtbarwaren, so reichen sie dennoch nicht an jene hinan,die über einen Monat später auf Sicilien Statthatten, wie Briefe aus Messtna berichten. Nachdenselben, die uns die öffentlichen Blätter mitthei-len, fiel bereits am 28 sten Oktober in der Gegendvon Melazzo und Barzelona (am Golfe von Mes-sina) ein heftiger Regenguß, der durch seine Stärkemanchen Schaden anrichtete. Es regnete fort, bisam 2. November sich der schwarz umzogene Him-mel auf eine so furchtbare Art entlud, baß unterfortwährenden Strömen bis zum 5. November dieganze blühende Gegend verwüstet war. Das Unglückverbreitete sich über die ganze Provinz Messina. FünfFlüsse, die daselbst in einer zehn Miglien breitenEbene fließen: der Meri, Pozzo ve Gotto, Barcelona,Termini und Mazzarra traten mit solchem Ungestümüber ihre Ufer, daß der Schaden, den dies gräßlicheUnwetter anrichtete, auf mehr als 2 Millionen Unzen(5 Million. Scudi) geschätzt ward. Eine Menge vonkleineren Ortschaften wurden gänzlich vertilgt. Diefrüher so fruchtbare Ebene zwischen Melazzo in SantoPietro ist ein gewaltiger See geworden, auf dem manmit Barken fährt. Auch die Brücke von Catelabiano,ein Riesenwerk des Alterthumes, das zwei Jahrtau-sende ohne Anfechtung geblieben, diese, wie manglaubte, für die Ewigkeit gebauete Brücke, ward durchdie reißenden von den Gebirgen herabströmendenFluthen zertrümmert und zersprengt. Von denungeheueren behauenen, durch die stärksten Eisenver-bindungen gehaltenen Felsstücken, welche die Erbauerangewendet hatten, sind 500,000 Römische Pfundoder 2000 Quintali herausgedrückt und fortge-schwemmt worden. Die Folgen dieser fürchterlichen