Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberschwemmen und Überschwemmung. 869

Gräben muß man bei Überschwemmungen sehen,daß sie rein erhalten werden, und sich nicht ver-stopfen. S. auch den Art. Flößholz, Th. 14.

So wie nun die Oder öftere Überschwemmungenverursachte, ehe der neue Kanal angelegt, und siegehörig eingedeicht wurde, und diese Überschwem-mungen auch in neuester Zeit wieder hervortraten;eben so findet man auch öftere Ueberschwemmungender Elbe. So überströmte im Jahre 1655 auf Fast-nacht die Elbe bei Sassendorf im Amte Lauenburg.Das Wasser stand dabei Mannes hoch auf allenWiesen, und fiel erst gegen Ostern wieder. — Amzweiten Osterfeiertage des Jahres 1709 brach derElbdeich bei Barförde, im Amte Lauenburg, durch,uud viele Ruthen wurden vom Deiche weggespült.Das Wasser stand noch höher, als im Jahre 1655.In Barförde wurden zwei Häuser nebst einer Scheuneweggeschwemmt. Zu Echem im angrenzenden AmteScharnbeck strömte es in einigen Häusern durchdie Fenster und warf die Oefen in den Wohnstubenum. Die Einwohner hatten ihre Kähne an denHäusern stehen und konnten von da eine StundeWeges ganz zu Wasser nach der Elbe fahren. DasWasser fiel aber schon wieder am dritten Tage.Die Heuerndte war aber gesegnet, weil das Elb-ivasser die Wiesen gedüngt hatte. — Im Jahre1741 im Januar ging die Elbe jenseit Gotlenburgüber; das Wasser war so groß oder so hoch, daßman von Echem mit dem Kahne nach Hitbergen,eine Stunde Weges fahren konnte. — Im Jahre1747 in der Nacht vom 12. bis zum 13. Decem-ber erhob sich ein heftiger Sturmwind, welcher anvielen Orten großen Schaden verursachte und auchdas Wasser der Elbe gewaltig in die Höhe trieb.Zu Echem wurden zwei Wohnhäuser ganz umge-worfen, wobei aber kein Mensch umS Leben kam.