Übersiedeln und Übersiedelung. 613
den und der Nerigoner in Norwegen vor. DerEuropäische Osten, den die Deutschen bei ihrenZügen nach dem Westen verließen, wurde in die-ser Zeit von den aus Asien kommenden slavi-schen Völkern eingenommen. Von allen diesenVölkerzügen ist für die Kultur Europas wenig ge-schehen, wohl aber für dessen Bevölkerung durch einenkernigen frischen Stamm, der seine Zweige überallhin verbreitete, und ein neues Leben, einen neuenAufschwung verkündete, der sich auch in einer spä-tern Zeit zeigte. — Uebersiedelungen für die Kulturvon Europa geschahen durch die Araber (Mauern oderSarazenen) von Afrika aus seit dem Anfange desachten Jahrhunderts (711) in Spanien und Por-tugal, wohin dieses Volk sich übersiedelt und fest-gesetzt hatte. Es stand damals unter Kalifen, vondenen das Haus der Ommijaden in Cordova,als dem mächtigsten Spanischen Khalisate, herrschte;sie waren erst völlig abhängig von dem Khalifenvon Bagdad in Asien, machten sich aber nach undnach mehr unabhängig von demselben, besondersseit dem Jahre 756. Durch diese Uebersiedler oderEinwanderer ward Spanien und Portugal durchAckerbau und Kunstfleiß, durch einen ausgedehntenHandel und durch Wissenschaften mächtig emporgehoben; es blüheten die Hochschulen zu Cordova,Sevilla und Toledo, und selbst viele christliche Eu-ropäer besuchten die Arabischen Hochschulen, umdas Erlernte von Spanien aus auf Frankreich,Italien, Deutschland )c. zu verbreiten, und wennauch gleich viel Astrologisches und Kabbalistisches mit-unterlief, so war auch dieses in der Zeit nicht zuverachten, sondern diente zu Forschungen, die nach-her auf einen bessern Weg geführt haben. Selbstdie Arzneykunst verdankt ihnen viel, und die Che-mie erhob sich aus der Alchymie. Knrz diese Pe-