Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
Seite
658
JPEG-Download
 

638 Uebersiedeln und Übersiedelung.

lonialcongreß nach Jamestown schickten, um sich übervie zweckmäßigsten Mittel zur Förderung des allge-meinen Wohles zu berathen. Einige Jahre spätererlangte die Kolonie auch eine Herabsetzung der vondem Mutterlands auf die Tabakscinsuhr gelegtenZölle, da die Pflanzer, um sich derselben zu entziehen,in Holland Niederlassungsorte für ihr damals so ge-suchtes Produkt errichtet hatten. Auch dem Bedürf-nisse an Frauen zur Erhebung der Bevölkerung derKolonie ward dadurch abgeholfen, daß die London-Kompagnie 1620 neunzig junge Mädchen dahinschickte, die sich an die Pflanzer verheirateten, undzur Begründung des häuslichen Wohlstandes der Ko-lonie beitrugen. Auch wurde zu dieser Zeit der An-fang mit den Negersklaven gemacht, welche die Hol-länder von den Küsten Guineas geholt hatten, unddie sie an die Kolonisten verkauften, die sich abervon der Zeit an bis zum Jahre 1820 in dem StaatevonVirginien so ungeheuer vermehrt hatten, daß ihreAnzahl 425,153 Seelen betrug, ohne die freienFarbigen zu rechnen. Im Jahre 1622 hatte dieseKolonie einen Ucberfall der Indianer zu bestehen, derzwar abgewehrt wurde, aber doch viel Unangenehmesherbeiführte, und viele Grausamkeiten veranlaßte.— Die Unternehmungen der London-Virginia-Kompagnie, deren Häupter der Whigparthey an-gehörten, hatten die Aufmerksamkeit des Königs Ja-kobs des Ersten besonders erregt: denn ihre Nie-derlassung kostete schon 1 Million Thaler und gegen9000 Menschen, ohne daß die Bevölkerung die Zahlvon 1800 Einwohnern überstieg; auch waren in ei-nem Zeitraume von achtzehn Jahren nicht weniger alszehn Statthalter mit der Leitung dieser Kolonie be-schäftiget gewesen. Dieser eben nicht erwünschte Zu-stand der Kolonie veranlaßte den Monarchen, die