Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Uebersiedeln und Uebersiedelung. 681

die, wie schon erwähnt, anfangs noch nicht den un-tern Bürgerstand und den Landmann trafen, bei die-sen war der Sinn auszuwandern noch nicht geweckt,obgleich die Noth durch ein gewisses Zusammendrän-gen des Volkes in einigen Theilen des südlichen Deutsch-lands wohl dazu veranlassen konnte. Die Französisch-Deutschen Kriege, der immerwährende Wechsel mitEinquartierungen fremder Gäste, überhaupt die poli-tischen Zustände Deutschlands bis zum Befreiungs-kriege, unterdrückten jeden aufkeimenden Gedanken seinVaterland zuverlassen. Nur erst nach dem Befreiungs-kriege, bei den mancherlei Wirren in dem Hochgefühleder Befreiung vorn fremden Joche, die sich auf Staatund Kirche bezogen, demagogische Umtriebe veranlaß-ten, wurde Mancher zum Auswandern genöthiget;hauptsächlich aber durch die eintretende Gewerbsnoth,die sich gleich nach dem Befreiungskriege durch dieNicherfüllung des Marktes mit fremden Waaren,hauptsächlich Englischen, zeigte, die durch die Conti-nentalsperre unter Napoleon zurückgehalten wor-den, bei der Oeffnung der Häfen in solcher Mengeauf den Continent und hier nach Deutschland über-strömten, daß keine Concurrenz mit ihnen, besondersmit den Schnitt- und Quincaillerie-Waaren, möglichwar; hierdurch sanken nun die Deutschen Manufaktenund Fabrikate, und viele Arbeiter kamen dadurch au-ßer Brod, daß die Deutschen Fabrikherren nun auchgenöthiget waren, Maschinen einzuführen, um hier-durch die Waaren billiger liefern zu können. Hierzukam nun noch im südlichen Deutschland, namentlich inden Rheinlanden, eine etwas starke Volksmenge, diekeine Arbeit, und also auch keine hinlänglichen Subsi-stcnzmittel sich verschaffen konnte, durch die neuerenGewerbs - und Handels-Conjunkturen herbeigeführt.Die Schilderungen von Amerikas Glückseligkeiten undden Auswanderungen aus vielen Europäischen Län-