Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CLEMENS XIV.

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nnd Wollte sich einen Patriarchen geben: die Art nnd Weise,mit welcher der Vorgänger von Clemens XIV. den Herzog vonParma behandelt hatte, hatte dieKöuige von Frankreich, Spa-nien und Neapel dem Papste abgeneigt gemacht; Poblen suchtedas Ansehen desselben zu vermindern, und die Römer selbstrmirrtrn. Ein gewisser Taumelgeist verbreitete sich von allenSeiten gegen den Thron und Altar. Um so vielen verschiede-nen Uebeln abzuhelfen, suchte Clemens XIV. sich fürs erste mitden Souveräns auszusöhnen: er schickte einen NriuriuS nachLissabon, unterdrückte die Lesung der Bulle In coena Domini,welche die Fürsten aufbrachte und unwürdig behandelte; ernegociierte mit Spanien und Frankreich, ohne durch irgendetwas sich kleinmüthig und niedrig zu zeigen.

Er wurde getrieben, sich über das Schicksal der Jesuiten zuerklären, und verlangte zur Untersuchung dieser großen Ange-legenheit Zeit. Ich bin, schrieb er, der Vater derGläubigen, und vorzüglich der Religiösen. Ichkann einen berühmten Orden nicht ausrotten,ohne Gründe zu haben, die mich vor den AugenGottes und der Nachwelt rechtfertigen. Nach einerDiscussio» von mehrern Jahren gab er den 2t.Jnli 1773 dasberühmte Breve, wodurch dieGesellschaftJesu auf ewigausgerottet wurde.

Seit der Unterdrückung dieses Ordens war Clemens XIV.belastet mit ^Arbeiten, Sorgen und Furcht, und, sich unter derpäpstlichen Krone in die Franciscaner-Zelle zurück sehnend, fastimmer kränklich, nnd seit dem Ende des Juli 1774 nur einSchatten; seine Knochen schienen zu schwinden und weich zuwerden, er fühlte heftige Schmerzen, seine Stimme war er-stickt. Ich gehe in die Ewigkeit, sprach er, und weißwarum. Den folgenden 22« September stieß er den letzte»Senfzer aus.

Diese traurige Begebenheit gab zu sehr boshaften Vermu-thungen Anlaß, die aber zum Theil durch den Arzt des Papsteswiderlegt wurden, welcher versicherte, er fei ein Opfer nichtdes Gifres, sondern seiner außerordentlichen Arbeiten und seinerschlechten Selbstbeherrschung. Die Kirche verlor durch diesenTod ein weises, muthiges, gerechtes und aufgeklärtes Ober-haupt, und einen Freund der Wissenschaften. Wie Sirius V.aus der Dunkelheit des Klosters znm Glänze des Thrones er-hoben, wie er i« schwierige Umstände versetzt, von Fremde»

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