Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
Seite
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CLEMENT

IIS

CLEMENT (Jacques), Dominicaner, aus dem DorfeSarbon in der Diöces Rheims, war ohngefahr 25 Jahr alt,und kurz zuvor Priester geworden, als er den Entschluß faßte,seinen König zu ermorden. Er war ein Mensch von schwachemGeiste und einer unregelmäßigen Einbildungskraft. Er fragteseinen Prior über sein Vorhaben um Rath; und dieser Menschrietb ihm, anstatt ihn davon abzubringen, zu bete» und zu fasten,um den Willen Gottes kennen zu lernen. Man versichert sogar,man habe in der Nacht zu ihm geredet, und ihn eine wie vomHimmel kommende Stimme hören lassen, welche ihm befahl,den Tyrannen umzubringen. Und man sagt, die Herzoginvon Montpensier, die Schwester der Guises (dieselbe,die man beschuldigte, sich dem Prior der Jacvbiner Bour-going Preis gegeben zu haben) habe seinen Entschluß vol-lends zur Reife gebracht. Sie versicherte ihn, wie man sagt,daß ihn der Papst, wenn er davon käme, zuverlässig zum Car-dinal machen, und wenn er dabei umkäme, als den Befreierseines Vaterlandes, das von einem Verfolger des'Glaubens re-giert würde, kanonisieren würde.

Der Fanatiker ging den letzten Juli 158Y mit mehreren Em-pfehlungsbriefen von Paris ab, und wurde vom General. Procu-rator Ja Gnesle nach St.Cloud geführt. Dieser argwohnte einenschlechten Streich, und schickte des Nachts auf sein Zimmer,um zu sehen, was er etwann vorhabe, wo man ihn in tiefemSchlafe, und sein Brevier neben ihm, und die Ermordung desHolofcrnes durch Judith in demselben aufgeschlagen fand.

Der Mörder wurde den folgenden Tag zum Könige geführt,und sagte, er komme, ihm von Seiten seiner treue» Diener zuParis Dinge von der größesten Wichtigkeit mitzutheilen, die eraber nur ihm allein entdecken könne. Als man ihn mit dem Kö-nige allein gelassen hakte , hörte man Heinrich III. schreien:»Ach, ich Unglücklicher, was hab'ich dir gethan,»daß du mich so ermordest!" Man lauft herbei, undsieht sein Blut aus dem Unterleibe rinnen, worein der Bösewichtsein Messer gestoßen, und in der Wunde gelassen hatte. DerKönig zog es selbst heraus, und warf es dem Ungeheuer an denKopf. Die Vornehmen des Hofes durchbohrten ihn in der erstenBewegung mit tausend Stichen. Sein Körper wurde nachmahlsauf den Richtplatz geschleift, mit vier Pferden zerrissen undverbrannt.

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