Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CLEOSTRATUS

Laß diese einzige Vollkommenheit, sagt man, ohne Hülfe ihrerAugen, die außerordentlich schön waren, hinlänglich waren, dasverhärtetste Herz zu erweichen. Kurz, Cäsar schlief bei ihr, undsoll von ihrzeinen Sohn erhalten haben, der nachher nach seinemNamen Lseirrion genannt wurde.

Den folgenden Morgen schickte Cäsar zu Ptvlemaus, undnöthigte ihn, seine Schwester auf ihre eigenen Bedingungenanzunehmen; aber Ptolemaus merkte, daß er, anstatt ihr Rich-ter zu sein, ihr Advocat geworden war, appellierte an das Volk,und setzte die ganze Stadt in Aufruhr. Es entstand ein Krieg,der durch eine Schlacht bald entschieden wurde, in welcher Cäsarsiegte; Ptolemäus versank auf seiner Flucht in einem Book überden Nil, und ertrank in diesem Flusse. Cäsar übergab nun derCleopatra das Königreich. — Sie folgte dem Cäsar nach Rom,und befand sich daselbst, als er auf dem Rarhhaus' ermordetwurde. Aber erschreckt durch diese Begebenheit und die darauffolgenden Unruhen in der Stadt, flöhe sie mir großer Eilfer-tigkeit.

Nach der Schlacht bei Philippi wurde fle vom Antoniusermähnt, auf eine Anklage gegen sich, als habe sie das Interessedes Cassius begünstiget, zu antworten. Sie hatte dieß ge-wisser Maßen wirklich gethan; aber sie hing von ihrem Witz undihrer Schönheit ab, und überzeugte sich selbst, daß diejenigenReitze, mit welchen sie Cäsars Herz erobert hatte, noch mächtiggenug wären, auch das Herz des Antonius zu gewinnen, dennsie war damahls noch nicht über 26 Jahre alt. Voll von dieserUeberzeugung ging sie zu Antonius , und zog ihn durch ihreKünste und die Reitze ihrer Person in jenes Netz, welches ihn, solang' er lebte, gefangen hielt, und endlich seinen Tod verursachte.

Als sie endlich in die Hände ihres Feindes, Octavius Cäsar,fiel, welcher Willens war, sie zu Rom im Triumphe auszufüh-ren, ließ sie sich von einer Natter in die Brust stechen, welcheihr in einem Körbchen mit Feigen heimlich zugetragen wurde;und so starb diese Fürstin, deren Witz und Schönheit so vielesGeräusch in der Welt gemacht hatte, nachdem sie seit dem Todeihres Vaters 22 Jahr regieret hatte, und 39 Jahr alt gewor-den war.

CLEOSTRATUS, ein Griechischer Astronom von Tenedos,entdeckte um das Jahr 536 vor Christo zuerst die Zeichen desLhierkreises, und verbesserte den Calender der Griechen.

CLERC