Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
Seite
162
JPEG-Download
 

CONDE'

162

gebrochen worden war, belagerte er mit einer Armee von 7 bisZnoo Menschen Paris," welches von einer mnähligen MengeVolks vertheidiget wurde, und machte den König, die Königinund den Cardinal Mazann, der diese Wohlthat bald vergaß,in die Stadt einziehen.

Dieser Miuisier, der auf den Ruhm des Prinzen eifersüchtigwar, und seinen Stolz fürchtete, ließ seinen Befreier den18-Januar «bzo zu Vincennes gesanglich einziehen, und gabibm, nachdem er ibn ei» ganzes Jahr hindurch aus einem Ge-fängniß in das andere hatte bringen lassen, seine Freiheit wie-der. Der Hof glaubte, ihn diele Strenge vergessen zu machen,wenn er ihn zum Gonvernör von Guienne ernenne.

Conde begab sich sogleich dahin, aber bloß, um sich zumKriege vorzubereiten, und mir Spanien in Unterhandlung zutreten. Er flog von Bordeaur nach Montauban, nahm Städteein, und vergrößerte üoerall seine Partei. Er ging in einenCourier verkleidet durch tausend Abenteuer von Agen bistOO Lieucn von da, um sich an die Spitze einer Armee zu stel-len, die von den Herzogen von Nemours und Be au fortcommandiert wurde, Er benutzte den Muth, den seine »nver-muihere Ankunft den Soldaten gab, attakierte den Marschallvon Hocquincourt, General der bei Gien kampierendenköniglichen Armee, nahm ihm mehrere Plätze weg, und hatt'ihn gänzlich geschlagen, wenn ihm Türenne nicht zu Hülfegekommen wäre.

Nach vielem Treffen eilt' er nach Paris, um seines Ruhmesund der günstigen Stimmung eines blinden Volkes zu genießen.Er bemächtigte sich der benachbarten Plötze, indeß sich Türcnneder Hauptstadt näherte, sich mit ihm zu schlagen. Die beidenGenerale stießen den 2. Juli 7652 bei der Vorstadt S>. Anrvinezusammen, und schlugen sich so tapfer, daß der Ruhm deseinen wie des andern, der keines Wachsthums mehr fähig zusein schien, wie ei» berühmter Geschichrschreiber sagt, ver-größert wurde. Diese Schlackt wäre gegen ihn enisibeiocudgewesen, wenn die Pariser nicht ihre Thore geöffnet harten,seine Armee anfzunehnien.

Kurze Zeit darauf wurde Friede geschlossen; Conde uberwollte demselben nicht beikretcn. Er begab sich in die Nieder-lande, wo er die Angelegenheiten der Spanier mit Ruhm unter-stützte. Er erntete viel desselben ein durch die Hüiförruppen,

die