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CREBILL0N
Wenn er krank war, so pflegte er sich ganz seinen eigenen Ein-fällen nnd Gefühlen zu überlassen; denn er war ein beständigerVerspottet- der Arzencikmist und der Aerzte. — Man fragte ihneinmahl in einer zahlreichen Gcsellfchaft, welches er für das bestevon feinen Werken hielt. »Ich weiß nicht," antwortete er,„welches mein bestes Producr ist; aber dieß," auf seinen Svbnzeigend, „ist zuverlässig mein schlechtestes." — „Das kommt„daher," sprach dieser sein Sohn lebhaft, „weil es derCarrhau-„ sermonch nicht gemacht hat." — Man muß sich nämlich erin-nern , daß die Feinde dieses großen Mannes das lächerliche Ge-rücht verbreitet hatten, er verdanke seine schönsten Producte ei»nem Mönche, der sein Freund war.
Crcbillon ist der Schöpfer eines Theiles, der ihm allein eigenist, jenes Schreckens, der die wahre Tragödie ausmacht. -r-Man fragte ihn einmahl nach einer Vorstellung des Atreus,warum er die schreckliche Gattung angenommen habe? — „ES„blieb mir keine Wahl übrig, versetzte er; Corneille„nahm den Himmel, Racine die Erde, mir blieb„nichts als die Hölle: ich warf mich also unter„d i e V e r d a m m t e n." — Kühn in seinen Mahlereicn, männ-lich in seinen Charactere» , groß in seinen Ideen, energisch inseinen Versen, und schrecklich in seinen Planen ist er vielleichtder einzige unter den Französischen Dichtern, der das große Ge-heimniß der Kunst Melpomeneus besaß, wie es die Tragiker deralten Griechen besaßen. — Seine Werke wurden im Louvrc in2 Quarrbänden gedruckt; man hat auch 2 schlechtere Ausgaben,1759, 2 Baude groß 12. 1772, 3 Bände in 12,
CREB 1 LLON (Claude Prosper Joliot de), Sohndes Vorhergehenden, den 12. Februar 1707 zu Paris geboren,starb 1777 daselbst. Sein Vater zeichnete sich durch einen männ-lichen und kräftigen Pinsel aus; der Sohn glänzte durch dieGrazie und die Ungezwungenheit seiner Conversatio» und seinerSchriften. Ein Abbe sagte daher in einem Anfall von Laune zu
ihm: „Schweig du-Dein Bater war ein gro-
„ßer Mann; du aber, du bist nichts, als ein großer„Knabe." — „ Crebillo», der Vater," sagt Mr. d’AIembert,„mahlt die Verbrechen und Bosheiten der Menschen mir dem„schwärzesten Cvlerit. Der Sohn zeichnete mit dem zarteste»„ und wahrsten Pinsel die Feinheiten, Nuancen und selbst die„Grazien unserer Lasier; jenen verführerischen Leichtsinn, wcl-„ cher die Franzosen zu dem macht, was man liebenswürdig
„nennt,