CYPRIAN
275
chem-ath und Beisitzer im Consistorium und als Bibliothecar nachGctha berufen, unv ward endlich daselbst Vicepräsivent.
Er genoß die vollkommenste Hochachtung der größesten Ge»lehrten und mehrerer Fürsten, und erhielt häufige Anträge zuansehnlichen Aemtern. Er hatte in seiner Jugend viel gereist,und sich viele unbekannte Nachrichten und Schriften und einenReichthum von Menschelikenntniß und klugem Betragen gesam-melt. Er starb den 19. «September 1745.
Cyprian vereinigte in sich Gottesfurcht und wahre Gelehrsam-keit , ganz vorzüglich aber in der Kirchengeschichte. Nicht nurdie Einsicht in alle ihre Epochen, und jede merkwürdige Be-gebenheit derselben; der kritische Gebrauch aller von derselbenvorhandenen Nachrichten, und ein durchdringendes Erforschenvon den oft geheimen Ursachen und Absichten der Veränderungen,welche die Kirche und Religion betroffen haben; sondern aucheine eben so gründliche Kenntniß der bürgerlichen und gelehrtenGeschichte, und der allgemeinen philosophischen Grundlehren deSRechts, auch selbst des Kirchen - und Staatsrechts von Deutsch-land; dieses zusammen genommen, hat ihn erst in den Standgesetzt, von seiner Wissenschaft in der Kirchengeschichte die lehr-reichste und gemeinnützigste Anwendung zu machen, derenRuhm er mit überaus wenigen theilen darf.
Unter seinen vielen Schriften führen wir an:
UcberZeugende Delcbcung von dem Ursprung und Wachs-thum des Papstrhn.ms, nebst einer Gcbutzstbrlft fürdie Reformation. Gorha 1719, in 8. Sechste Auflage,7^1769, in 8. Eins der vortrefflichsten Bücher, dasjemahls in der protestantischen Kirche zu ihrer Vertheilst,gung und Verwahrung gegen die Römische geschrieben wor-den ist, wozu viele Verfolgungen, welche die Römisch-katholischen Bischöfe in Deutschland, vorzüglich vvm Jahre17 t 4 an, gegen die Protestanten unter dem Verwände un-ternahmen, als waren sie nicht mehr an den WestpbälischenFrieden gebunden, die Veranlassung gaben. Er beweistdarin die Nichtigkeit der päpstliche» Hoheit und himmlischenStatthalterschaft aus Erden, aus unvcrwerflichen Urkundenuns Schriftstellern der Römischen Kirche, mit ausnehmenderStärke der historischen Wahrheit. Die Römisch-katholi-schen Controvcrsisten fühlten die überzeugendeKraft der dar-in enthaltenen Gründe und Beweise selbst so sehr, daß sienicht, dagegen schrieben.
Commonu