Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CYRILLUS

J'ie beste Ausgabe seiner Werke ist die von Job anu A li-ber t, Canonicus zu Lavn, 1638 in 6 Theilen in Folio, welche7 Lande machen, Griechisch und Lateinisch. Man findet da, ineine große Menge Schriften, unter andern Homelien undCommentare über mehrere Bücher des alten und neuenTestaments.

Er schrieb mit vieler Leichtigkeit: und es ist wahr, daß es ihmnach Du Pin sehr oft nicht schwer fallen konnte, die Materie zu fin-den; denn entweder cvpicrt er Stellen aus derheil. Schrift, oderbringt lange Rasonnemencs vor, oder allegorisiert. P h 0 r i u sbemerkt, daß er sich einen besondern Styl gebildet habe; er istohne Eleganz, ohne Klarheit, ebne Wahl und ohne Bestimmt-heit. Aber ungeachtet dieser Fehler hat Ci-rillus die Lehre derKirche so ausführlich erläutert, daß die Kirchcnversammlnngenmehrere seiner Briefe für Glanbcurrcgo!» hielrcn. Der letzteBand seiner Werke ist gegen Nestorius, Julian, und dieA n t h r v p 0 m 0 r p h i t e u - M ö u ch e , welche behaupteten,Gort habe eine körperliche Form, gerichtet.

Du Pin, welcher in seiner

Bibliothbque des Auteurs ecclefiaßiques |

äußerte, daß die Streitigkeiten zwischen Nestorius und Cyrillusbloße Worte betrafen, wurde zu widerrufen gezwungen. Manwird in dem Artikel dieses Harcsiarchcu sehen, daß er die hy«postatische Vereinigung des Wortes mit der menschlichen Naturwirklich läugnete, und i» Christo zwei Personen annahm.

Wir setzen dem Abbee Plüquet zu Folge noch hinzu, daß,wenn der Streit, den seine Häresie erregte, mit allzu vieler Leb-haftigkeit geführt wurde, es dem Nestorius zum Theil selbst zu-geschrieben werden müsse. Er behandelte seine Gegner zuerstmit Strenge; er wandte zuerst Beleidigungen und Mißhandlun-gen an, wie man aus dem Briefe siebt, den er durch P h 0 t i u sschreiben ließ; er bediente sich zuerst gewaltsamer Mittel. Erzog die kaiserliche Macht in eine bloße kirchliche Angelegenheit;und ward, als sein Stolz und seine heftige Gemüthsart bekanntwurden, durch seinen Character und seine Irrthümer gleich ver- lhaßt. Wenn Cvrillns, der sich anfänglich sehr sankt gezeigt hatte,in der Folge dieser Streitigkeit vielleicht einen allzu lebhaftenEifer zeigte, so geschah es bloß darum, weil er die Wahrheitfür sich hatte, und die Sache des Glaubens führte.

CYRILLUS